Vortrag: Bachs Kunst und die Judenverachtung


Am 01. April ging Dr. Rüdiger Nolte im Rahmen der Potsdamer Bachtage im Forum der Garnisonkirche der Frage nach, ob uns die sogenannten „Judenchöre“ der Johannes- und Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach verstören. Ob sie uns innehalten lassen – oder gar am Idealbild von Bach, dessen musikalische Kunst uns staunen lässt, kratzen.
Die judenfeindlichen Texte stammen wortwörtlich aus den Evangelien. Das bedeutet, dass sich seit frühchristlicher Zeit Antijudaismus in Europa etablierte wie ein alternativloser Diskurs – oder kennt jemand ein Zeugnis bis zur Mitte des 18. Jh.‘s, das gegen Judenfeindschaft argumentiert hätte, d.h. zugunsten von Jüdinnen und Juden?
Im gut besuchten Vortrag legte Dr. Nolte mit vielen Musikbeispielen nahe, die Judendarstellungen der Bachschen Passionen nicht biografisch, sondern in solchen Zusammenhängen wie eine „dunkle Folie“ zu verstehen. Und damit innerhalb jener tiefen – auch vorchristlichen – europäischen Tradition, mit der wir es heute noch zu tun haben; nicht zuletzt mit den jährlichen Aufführungen der Passionen von Bach: eine Tradition der Judenfeindschaft, die nicht nur als Voraussetzung des modernen Antisemitismus gesehen werden muss, sondern auch als Grundlage unserer westlich europäischen Kultur.
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