UnVerfälscht wird international: Deutsch-polnischer Fachaustausch in Vorbereitung


Wie wurde Geschichte in der DDR und in der Volksrepublik Polen politisch genutzt? Welche Narrative und Formen von Propaganda prägten die Zeit zwischen 1945 und 1989? Und warum werden Erinnerungen an diese Vergangenheit bis heute politisch umkämpft?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich der deutsch-polnische Fachaustausch „Make history, not fakes!“, den wir derzeit im Rahmen unseres Projekts UnVerfälscht – Propaganda und Geschichtsrevisionismus auf der Spur vorbereiten. Gemeinsam mit der Stowarzyszenie Pracownia Etnograficzna und dem Institut für Ethnologie und Kulturanthropologie der Universität Warschau bringen wir junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Deutschland und Polen zusammen.
Unter der Leitung der pädagogischen Projektmitarbeiterin Kerstin Lorenz sind viertägige Begegnungen in Warschau sowie Potsdam/Berlin, digitale Vorbereitungs- und Arbeitsphasen sowie die gemeinsame Entwicklung von Ideen für die historisch-politische Bildungsarbeit geplant. Die Teilnehmenden besuchen Lernorte und Museen, sprechen mit Experten und Zeitzeugen und setzen sich mit Fragen von Erinnerungskultur, Propaganda, Demokratie und Medienkompetenz auseinander.
Der Austausch erweitert unser Projekt um eine internationale Perspektive: Gemeinsam wollen wir deutsche und polnische Erfahrungen mit kommunistischen Diktaturen, deren Erinnerung und aktuelle Formen der politischen Instrumentalisierung von Geschichte vergleichen. Die dabei entstehenden Ideen und Materialien fließen anschließend in die Bildungsarbeit und Materialsammlung von UnVerfälscht ein.
Aktuell suchen wir noch Teilnehmende zwischen 18 und 26 Jahren. Die erste Begegnung findet vom 23. bis 26. November 2026 in Warschau statt. Die Ausschreibung mit allen Informationen zur Bewerbung können sie hier herunterladen.
Die Kosten für die Teilnahme werden aus den Projektmitteln übernommen.
Mit dem Bildungsprojekt „UnVerfälscht“ ist die Stiftung Garnisonkirche Potsdam bis 2028 Teil des Bundesprogramms Jugend erinnert / Richtlinie SED-Unrecht, dass durch den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) gefördert wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie junge Menschen Propaganda, Geschichtsverzerrungen und antidemokratische Narrative – damals in der DDR wie heute – erkennen und ihnen aktiv entgegentreten können. Ziel ist es, historisches Wissen mit Medienkompetenz und Demokratiebildung zu verbinden und zur kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu ermutigen. Die Ergebnisse fließen in eine digitale Material- und Methodensammlung ein.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Lernplattform der Stiftung. Den Projektverlauf können Sie zudem auf dem Instagram-Kanal un_verfaelscht verfolgen.

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