Auftakt für „UnVerfälscht“: Erstes Bündnistreffen in der Garnisonkirche Potsdam


Am 11. März trafen sich erstmals die Partnerinstitutionen des Projekts „UnVerfälscht – Propaganda und Geschichtsrevisionismus auf der Spur“ in der Garnisonkirche Potsdam. Das Bündnistreffen markiert einen wichtigen Meilenstein für die Zusammenarbeit und verdeutlicht, wie zentral Vernetzung für eine zeitgemäße historisch-politische Bildung ist.
Im Mittelpunkt stand – neben dem Kennenlernen der beteiligten Akteur:innen – vor allem die Frage, wie DDR-Geschichte heute vermittelt werden kann: in einem Spannungsfeld aus Zeitknappheit, politisierten Narrativen und wachsender Unsicherheit im Umgang mit kontroversen Deutungen.
Vernetzung als Schlüssel: Ein Bündnis mit Praxisbezug
Das Treffen brachte Vertreter:innen aus Schule, Universität, Museum und außerschulischer Bildung zusammen. Zu den Partnern gehören unter anderem das Filmmuseum Potsdam, das Hannah-Arendt-Gymnasium Potsdam, das Pädagogische Zentrum Potsdam (LIBRA), das Potsdam Museum – Forum für Kultur und Geschichte, die Universität Potsdam, der Landesverband Brandenburg des Verbands der Geschichtslehrerinnen und -lehrer sowie internationale Partner wie die Universität Warschau und die Ethnografische Werkstatt e. V.
Das Bündnis versteht sich dabei nicht nur als Begleitstruktur, sondern als aktiver Arbeitsraum, in dem Erfahrungen gebündelt, Materialien entwickelt und neue Formate erprobt werden.
Deutlich wurde: Lehrkräfte stehen unter Zeitdruck und müssen komplexe Themen zunehmend verdichten. Gleichzeitig wächst der Bedarf, auf aktuelle Formen von Geschichtsrevisionismus und Desinformation zu reagieren. Viele bestehende Angebote sind bereits überzeugend, werden jedoch noch zu selten passgenau genutzt. Genau hier setzt „UnVerfälscht“ an – mit praxisnahen, vernetzten und flexibel einsetzbaren Bildungsformaten.
Das Bündnistreffen zeigte auch, wie breit das Projekt bereits aufgestellt ist:
Ein zentrales Fazit des Treffens: DDR-Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern hochaktuell. Fragen nach Propaganda, politischer Instrumentalisierung von Begriffen oder der Rolle von Zeitzeugenschaft berühren heutige gesellschaftliche Debatten unmittelbar.
„Im Bündnis wird deutlich, wie groß der Bedarf nach Austausch und praxistauglichen Formaten ist. Genau hier setzt ‚UnVerfälscht‘ an: Wir entwickeln gemeinsam Angebote, die Lehrkräfte und Multiplikator:innen in ihrem Alltag wirklich unterstützen.“ (Hana Hlásková, Bildungsreferentin und Projektkoordinatorin)
Das nächste Bündnistreffen ist bereits in Planung und wird sich unter anderem mit der Rolle von Social Media und Künstlicher Intelligenz in der Geschichtsvermittlung beschäftigen.
Mit dem Bildungsprojekt „UnVerfälscht“ ist die Stiftung Garnisonkirche Potsdam bis 2028 Teil des Bundesprogramms Jugend erinnert / Richtlinie SED-Unrecht, dass durch den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) gefördert wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie junge Menschen Propaganda, Geschichtsverzerrungen und antidemokratische Narrative – damals in der DDR wie heute – erkennen und ihnen aktiv entgegentreten können. Ziel ist es, historisches Wissen mit Medienkompetenz und Demokratiebildung zu verbinden und zur kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu ermutigen. Die Ergebnisse fließen in eine digitale Material- und Methodensammlung ein.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier. Den Projektverlauf können Sie auch auf dem Instagram-Kanal un_verfaelscht verfolgen.
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