Rückblick: Johannes Lang an der Schuke-Orgel

Erfolgsrezept vom Feinsten

Man nehme einen vorzüglichen Thomas Organisten aus Leipzig, dessen Name auch und
gerade in Potsdam einen guten Klang besitzt: Johannes Lang; ein wunderschönes Instrument
aus der Werkstatt Schuke, das sich seit 2024 in der Nagelkreuzkapelle im wiederaufgebauten
Turm der Potsdamer Garnisonkirche befindet; und einen Programmvorstand der Stiftung Garnisonkirche, Jan Kingreen, der aus genannten „Zutaten“ am Sonnabend, dem 28. März 2026, ein Orgelkonzert vom Feinsten zuzubereiten versteht, angefangen von der nicht einfachen Terminkoordination, über begrüßenswerte „Schulterschlüsse“ zu den „Bachtagen in Potsdam“ (mit KMD Björn O. Wiede) bis hin zur Entscheidung, Orgel und Organisten an diesem Konzertabend auch lokal ins Zentrum der Kapelle zu rücken. Nicht zu vergessen eine hochkonzentrierte „Umblätterin“, die sowohl „analog“ als auch „digital“ ihr schwieriges Handwerk zu meistern versteht: Ulrike Silbermann.

 

[Für diese ausführliche Einleitung bittet der Unterzeichner um Verständnis, weil es immer
wieder Versuche von anderer Seite gibt, erfolgreiche Veranstaltungen der Stiftung Garnisonkirche für sich zu vereinnahmen, oft ziemlich großmäulig und nicht ganz sauber in der Spenden-Akquise.]

 

Doch jetzt zu der „Schönheit (des Abends), von der nicht genug gesagt werden kann“ so das gut gewählte Programm Motto, abgeleitet von einem Zitat der Söhne J. S. B achs , die väterliche Orgelkunst betreffend.

 

Johannes Lang ist, das steht außer Frage, ein Könner seines Fachs. Drückt er eine Taste, dann beginnt der erzeugte Ton zu singen und durch den Raum zu schwingen, ob im „Singular“ oder „Plural“, „barock“ oder „romantisch“.

Lang beherrscht sein Potsdamer Instrument, von ihm, wie die staunenden Zuhörer vernehmen, im Schulterschluss mit Wieland Eschenburg ersonnen, von der Alexander Schuke Orgelbau GmbH Werder (Havel) erbaut.

 

Mit Leichtigkeit und Können bedient er Manuale und Pedal und gebraucht „quasi nebenbei“ treffsicher die digitale Registratur. Die ca. 120 ZuhörerInnen, dicht an dicht sitzend, genießen die Fülle des Wohlklanges, u. a. Kompositionen von Jacob Praetorius (1585 -1651), Johann Sebastian Bach (1685-1750), Robert Schumann, (1810-1856),  Johannes Brahms (1833-1897) und Max Reger(1873-1956).

 

Dank der pädagogisch einfühlsamen Moderation durch Johannes Lang weiten sich Ohren und Blicke und man hört daher deutlich u. a. das ziemlich versteckte „B-A-C-H“ in Schumanns Komposition.

 

Soweit zum eher klassisch verankerten und sehr respektablen „Pflichtteil“ des Abends.
Doch die „Kür“ gerät zum absoluten Höhepunkt – „Improvisationen“  von Johannes Lang (*1989),  von ihm „Metamorphosen I + II“ genannt.

 

Die Schuke-Orgel beginnt vernehmlich Luft zu holen, zu atmen, zu seufzen, zu klagen, ängstlich, weinerlich, anklagend, triumphierend. Aber die Töne und Klänge hüpfen stellenweise auch sehr lustig und bizarr durch den Raum.

 

Ja, Johannes Lang ist ein absoluter Meister der „Umwandlungen“ und der „Klang-Rezepturen“.

Gerne wieder, so oft wie möglich!

 

 

Text und Fotos: Andreas Flämig