Konzentration auf Bildungs- und Vermittlungsarbeit

Stiftung Garnisonkirche Potsdam fokussiert sich ab 2027 auf ihren gesellschaftlich relevanten Kernbereich

 

Vorstand und Kuratorium haben in Auswertung der Erfahrungen aus den ersten zwei Jahren des Turmbetriebs ein angepasstes Betriebskonzept entwickelt. Mithilfe von Einsparungen und einer Konzentration auf die Stärken des Ortes beginnt eine neue Phase des Betriebs. Im Mittelpunkt der Arbeit steht künftig die politisch-historische Bildungs- und Vermittlungsarbeit für Jugendliche und junge Erwachsene. Die Grundlage dafür hatte das Kuratorium bereits im Frühsommer mit einer Änderung der Stiftungssatzung geschaffen.

 

„Ab 2027 schärfen wir das Profil des Turms als kirchlichen Bildungsort“, erklärt Vorstand Dr. Jan Kingreen. „Wir konzentrieren unsere Kräfte auf das, was diesen Lernort besonders macht: die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart – für junge Menschen, die genau das brauchen.“ Im vergangenen Jahr haben über 250 Gruppen Bildungs- und Vermittlungsangebote wahrgenommen. Dieses stark nachgefragte Angebot soll nun noch weiter ausgebaut werden, sodass im Turm werktags künftig Programme für Schulklassen und Jugendgruppen angeboten werden: Projekttage, Seminare und Workshops zu historisch-politischen Themen, in Kooperation mit Schulen, Jugendhilfeträgern, Kirchengemeinden und politischen Bildungseinrichtungen.

Zudem steht im Vorstand der Stiftung ein Wechsel an: Nach 18 Jahren werden die Gründungsvorstände Peter Leinemann und Martin Vogel verabschiedet. Neu berufen wurden die Superintendentin des Kirchenkreises, Angelika Zädow, und die Vorständin des Kirchlichen Verwaltungsamtes, Stephanie Brandes. Sie bilden zusammen mit Garnisonkirchen-Pfarrer Dr. Jan Kingreen ab 01.01.2027 den neuen Vorstand.

 

Bischof Dr. Christian Stäblein dankt den beiden ausscheidenden Vorständen und würdigt ihre Tatkraft und Ausdauer: „Peter Leinemann und Martin Vogel haben ihre Vorstandstätigkeit souverän und verlässlich ausgeübt. Beide haben während der teilweise steinigen Etappen des Wiederaufbaus Durchhaltevermögen bewiesen. Mit der konzeptionellen Idee, der Stiftungsgründung sowie der Fertigstellung des Turmes haben sie wesentliche Wegmarken der Projektgeschichte gestaltet. Ohne ihr Engagement wäre weder der Turm gebaut worden noch der zu notwendigen Debatten einladende Ort im Herzen Potsdams entstanden. Dafür sind wir, bin ich außerordentlich dankbar.“

 

Peter Leinemann wird im Auftrag des Kuratoriums als Beauftragter weiter seine baufachliche Expertise einbringen und den Bau der Haube begleiten, die im Sommer 2027 aufgesetzt werden soll. Er erklärt dazu: „Ich habe das Kuratorium um die Verabschiedung gebeten, da 18 Jahre eine lange Zeit für ein ununterbrochenes und erfolgreiches Wirken für eine Institution ist. Neue Wege dürfen, nach meiner Auffassung, nach dieser Anzahl von Jahren beschritten werden. Die kirchlichen und öffentlich-politischen Debatten, von der Kreissynode bis in den Haushaltsausschuss der Synode der EKD, von der Stadtverordnetenversammlung Potsdam bis in den Deutschen Bundestag, permanent begleitet von intensiver kritischer Berichterstattung in den Medien, waren regelmäßig nicht einfach, haben mich aber viel lernen lassen. Als Kaufmann sehe ich mit Freude darauf, dass der Bau finanziert ist und als Vertreter der Bauherrin freut es mich, dass wir im Inneren des Turms ein Raumprogramm entwickelt, geplant und gebaut haben, welches hervorragend für die verschiedenen Zwecke genutzt wird.“

 

Martin Vogel zieht zum Abschied Bilanz: „Die Garnisonkirche ist ein Ort, an dem unterschiedliche Menschen und Meinungen zusammenkommen. Hier wird offen und kontrovers diskutiert – und zugleich darum gerungen, einander zuzuhören und andere Perspektiven auszuhalten. Das ist gut für Potsdam, denn wir brauchen solche Orte des Austauschs heute mehr denn je. Nach 18 Jahren im Vorstand gebe ich den Staffelstab gern weiter. Ich freue mich darauf, meine Kraft an anderen Schwerpunkten einsetzen zu können.“