Bildung & Vermittlung
Geschichte und Demokratie im Dialog erleben
Die Garnisonkirche ist ein Ort, an dem Geschichte sichtbar, kritisch und gemeinsam befragt wird – ein Lernraum für historisches Verstehen und demokratische Bildung.
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – von Preußen über den Nationalsozialismus bis zur DDR – wird dabei mit aktuellen Fragen verknüpft: Wie wirken Macht, Religion und Militär zusammen? Was bedeuten Frieden, Freiheit und Verantwortung heute? Wie gelingt ein demokratisches Miteinander?
Unsere Bildungs- und Vermittlungsangebote richten sich an Schulklassen, Jugendgruppen und Erwachsene sowie an Gruppen der Bundeswehr und der politischen Bildung.
In thematischen Einführungen, begleiteten Rundgängen, Workshops und Projekttagen laden wir dazu ein, historische Zusammenhänge kritisch zu erschließen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Gruppenbesuche für Erwachsene
Die Garnisonkirche bietet Erwachsenengruppen vielfältige Zugänge zur Geschichte und Gegenwart dieses besonderen Ortes. Im Mittelpunkt stehen die wechselvolle Geschichte der Garnisonkirche, die Ausstellung „Glaube, Macht und Militär“, die Aussichtsplattform „Potsdam Panorama“ und die Fragen, die der Ort bis heute aufwirft.
Thematische Einführung – Geschichte und Gegenwart der Garnisonkirche
Eine kompakte Einführung vermittelt wesentliche Fakten der über 300-jährigen Geschichte der Garnisonkirche – von ihrer Bedeutung in der preußischen Garnisonstadt über ihre Rolle im Nationalsozialismus und die Sprengung in der DDR bis zur heutigen Nutzung als Erinnerungs-, Bildungs- und Kulturort. Dabei werden auch die Kontroversen um den Wiederaufbau aufgegriffen.
Dauer: 20 bis 30 Minuten
Kosten: 50 € pro Gruppe zzgl. Eintritt
Dialogische Begleitung – Geschichte, Verantwortung und Gegenwart
Für Gruppen der Bundeswehr, Bildungsträger und Veranstaltungen im Rahmen des Bildungsurlaubs bieten wir vertiefende, dialogisch gestaltete Begleitungen an. An ausgewählten Stationen im unmittelbaren Umfeld der Garnisonkirche, in der Nagelkreuzkapelle im Turm und in der Ausstellung „Glaube, Macht und Militär“ setzen sich die Teilnehmenden mit Fragen von Macht, militärischer Tradition, politischer Verantwortung, Demokratie und Frieden auseinander.
Die inhaltlichen Schwerpunkte werden nach Möglichkeit auf die Interessen und den Bildungskontext der jeweiligen Gruppe abgestimmt. Unterschiedliche Perspektiven und die gemeinsame Diskussion stehen im Mittelpunkt.
Dauer: 75 Minuten
Kosten: 100 € pro Gruppe zzgl. Eintritt
Individuelle Erkundung im Anschluss
Nach beiden Angeboten haben die Gäste Gelegenheit, die Ausstellung „Glaube, Macht und Militär“ eigenständig zu erkunden und von der Aussichtsplattform „Potsdam Panorama“ in 57 Metern Höhe den Blick über Potsdam und die Umgebung zu genießen.
Gruppenbesuche für Schulklassen und Jugendgruppen
Die Garnisonkirche lädt junge Menschen dazu ein, Geschichte aktiv zu erkunden und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu hinterfragen. Unsere Bildungsangebote verbinden die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes mit Fragen zu Demokratie, Frieden, Freiheit und Verantwortung.
In begleiteten Rundgängen, Workshops und Projekttagen entdecken die Teilnehmenden historische Zusammenhänge, lernen unterschiedliche Perspektiven kennen und setzen sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinander. Im Mittelpunkt stehen selbstständiges Erkunden, interaktive Übungen, gemeinsamer Austausch, kritische Reflexion und kreative Auseinandersetzung. Je nach Angebot und Wunsch bereichern Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie die Zusammenarbeit mit Kunst- und Medienpädagoginnen und -pädagogen die Bildungsarbeit.
Die Angebote richten sich insbesondere an Schulklassen ab Jahrgangsstufe 8 und Jugendgruppen ab 14 Jahren.
Inhalte und Methoden werden auf das Alter, das Vorwissen und die Interessen der Gruppen abgestimmt.
Kosten: 5 € pro Person (eine Begleitperson bei Gruppen ab 15 Teilnehmenden kostenfrei)
Bildungsangebote
Garnisonkirche im Wandel der Zeit
Begleiteter Rundgang | 1,5 Stunden | Sekundarstufe I und II
Die Teilnehmenden entdecken die Garnisonkirche als Erinnerungs-, Bildungs- und Kulturort und setzen sich mit ihrer wechselvollen Geschichte und der Debatte um den Wiederaufbau auseinander. An mehreren Stationen im Außengelände, in der Nagelkreuzkapelle und in der Ausstellung „Glaube, Macht und Militär“ erschließen sie historische Zusammenhänge anhand von Architektur, Symbolen sowie Bild- und Textquellen. Kleine interaktive Übungen und Gespräche laden dazu ein, über Macht, politische Inszenierung, Frieden und demokratische Werte nachzudenken und eigene Sichtweisen einzubringen. Der Rundgang führt auch zur Aussichtsplattform „Potsdam Panorama“.
Stadt mit Absicht – Glaube, Macht und Militär
Workshop | 3,5 Stunden inkl. einer Pause | Sekundarstufe I
Wie prägen politische Macht, Militär und Religion das Bild einer Stadt? Der Workshop führt Schülerinnen und Schüler in die Stadtgestaltung Potsdams als Residenz- und Garnisonstadt im 18. Jahrhundert ein. Nach einem Überblicksrundgang untersuchen die Teilnehmenden in einer Ausstellungsrallye anhand ausgewählter Objekte, wie Architektur, Orte und Symbole Herrschaft sichtbar machen und Botschaften vermitteln – damals wie heute.
Tat.Ort.Geschichte – Inszenierung am 21. März 1933
Workshop | 3,5 Stunden inkl. einer Pause | Sekundarstufe I
Im Mittelpunkt steht die Garnisonkirche als Schauplatz des sogenannten „Tags von Potsdam“ am 21. März 1933. Nach einem Überblicksrundgang untersuchen die Schülerinnen und Schüler anhand historischer Quellen, wie die Nationalsozialisten den Staatsakt zur politischen Inszenierung nutzten. Dabei geht es um die symbolische Verbindung von preußischer Tradition und NS-Herrschaft sowie die Wirkung politischer Bilder und Botschaften. Je nach Altersgruppe werden unterschiedliche Gegenwartsbezüge hergestellt – von politischer Kommunikation bis zu Fragen der Erinnerungskultur.
Empfehlung: Zur Vorbereitung eignet sich der Audiowalk „Potsdam 1933“ (zusätzlich ca. 2 Stunden), der am selben Tag oder im Vorfeld durchgeführt werden kann.
Glockenklang und Menschenmassen – Der „Tag von Potsdam“ 1933 als historisches Ereignis und Gegenstand geschichtskultureller Debatten
Projekttag | 7 Stunden inkl. Kurzpausen und Mittagspause | Sekundarstufe II, nach Absprache auch Sekundarstufe I
Der Projekttag widmet sich dem sogenannten „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933 – einem zentralen Inszenierungsereignis während der nationalsozialistischen Machtübernahme. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen, wie die Nationalsozialisten mit Symbolen, Bildern und öffentlichen Ritualen eine Kontinuität zwischen preußisch-monarchischer Tradition und NS-Herrschaft suggerierten.
Im Potsdam Museum besuchen die Teilnehmenden die Dauerausstellung und erschließen sie dann das historische Ereignis anhand ausgewählter Quellen und unterschiedlicher Perspektiven. Bei einer Filmbesprechung setzen sie sich anhand von Filmbeispielen verschiedener Genres aus den 1930er-Jahren mit den Mitteln und Wirkungsweisen nationalsozialistischer Filmpropaganda auseinander. Eine anschließende Foto-Rallye durch die Potsdamer Innenstadt führt zur Garnisonkirche. Nach einem Überblicksrundgang beschäftigen sich die Teilnehmenden dort mit der heutigen Erinnerungskultur und der Kontroverse um den Wiederaufbau. Abschließend verarbeiten sie ihre Erkenntnisse in kreativen Social-Media-Beiträgen und stellen Bezüge zu Demokratie und Geschichtsbewusstsein heute her.
Verpflegung: Bei entsprechender Finanzierung kann ein gemeinsames Mittagessen in der Landtagskantine organisiert werden.
In Kooperation mit dem Potsdam Museum und dem Filmmuseum Potsdam.
Kirche in der DDR – Freiräume und Grenzen
Workshop | 1,5 Stunden | Sekundarstufe II
Welche Handlungsspielräume boten Kirche und christlicher Glaube Menschen in der DDR – und wo lagen deren Grenzen? Nach einem Überblicksrundgang und einer Einführung in die Situation der Kirchen in der DDR arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit historischen Quellen und Zeitzeugenberichten. An Potsdamer Beispielen untersuchen sie das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Kontrolle, Anpassung und Selbstbehauptung sowie die Bedeutung kirchlicher Gemeinschaften als Räume für Begegnung, Austausch und kritisches Denken.
Optional: Zeitzeugengespräch zur DDR (zusätzlich ca. 1,5 Stunden, nach Verfügbarkeit)
Krieg und Frieden – Was hat es mit mir zu tun?
Workshop | 2,5 Stunden inkl. einer Pause | Sekundarstufe I und II, insbesondere größere und internationale Gruppen
Im Mittelpunkt des Bildungsangebotes steht die Auseinandersetzung mit Krieg, Erinnerungskultur und Friedensarbeit. Nach einer interaktiven Einführung in die Geschichte der Garnisonkirche erkunden die Teilnehmenden den Turm und die Ausstellung „Glaube, Macht und Militär“ in Teams. Kleine Aufgaben und gemeinsame Gespräche regen dazu an, über Frieden, Verantwortung und das eigene Zusammenleben nachzudenken. Dabei setzen sie sich auch mit der Frage auseinander, welche Rolle die Garnisonkirche heute als Ort der Friedensarbeit spielen kann.
Sprache: Deutsch oder Englisch
Zwischen Symbol und Streitpunkt – Debatte um den Wiederaufbau
Workshop | 1,5 Stunden | Sekundarstufe I und II
Warum ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche bis heute umstritten? Nach einem Überblicksrundgang setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Positionen und Argumenten zur Wiederaufbaudebatte auseinander. Verschiedene methodische Zugänge fördern Perspektivwechsel, kritische Urteilsbildung und den respektvollen Umgang mit kontroversen Meinungen. Dabei geht es auch um die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft mit ihrem historischen Erbe umgehen kann.
Garnisonkirche.Macht.Demokratie
Projekttag | 4,5 Stunden inkl. einer Pause | Sekundarstufe I, II und berufliche Bildung
Wie wird Macht sichtbar, wie wirkt sie auf Menschen und wie lässt sie sich demokratisch begrenzen? Der Projekttag verbindet einen interaktiven Rundgang durch die Garnisonkirche mit erfahrungsorientierten Übungen. Die Teilnehmenden untersuchen, wie politische, militärische und religiöse Macht an diesem Ort inszeniert und legitimiert wurde und warum seine Geschichte bis heute kontrovers diskutiert wird. In gemeinsamen Übungen aus dem Beztavta-Repertoire erleben sie, wie demokratische Entscheidungen entstehen, welche Rolle unterschiedliche Interessen und ungleiche Voraussetzungen spielen und wie Konflikte fair ausgehandelt werden können.
Optional: Zeitzeugengespräch zur DDR (zusätzlich ca. 1,5 Stunden, nach Verfügbarkeit)
Friedens-Werkstatt – Was bedeutet Frieden für mich?
Projekttag | 4,5 Stunden inkl. einer Pause | Sekundarstufe I und Konfirmandengruppen
Was bedeutet Frieden und wie können wir selbst dazu beitragen? Der Projekttag verbindet einen Rundgang durch die Garnisonkirche mit interaktiven Übungen, historischen Erfahrungen und kreativen Elementen. Im Mittelpunkt stehen die wechselvolle Geschichte des Ortes und das Nagelkreuz von Coventry als Symbol für Frieden und Versöhnung. Die Jugendlichen setzen sich mit Krieg, Gewalt, Vergebung und Verantwortung auseinander, reflektieren ihre eigenen Vorstellungen von Frieden und entwickeln persönliche Friedensbotschaften.
Optional: Gespräch mit einer Zeitzeugen von 1945 (zusätzlich ca. 1,5 Stunden, nach Verfügbarkeit)
Neben unseren regulären Bildungsangeboten entwickeln wir aktuell in zwei mehrjährigen Projekten neue Formate der historisch-politischen Bildung:
Un-Verfälscht (2025–2028)
Das Bildungsprojekt verbindet die Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte, Propaganda und Geschichts-revisionismus mit aktuellen Fragen der Medien- und Demokratiebildung. In Kooperation mit Partnern aus Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und gemeinsam mit angehenden Lehrkräften und jungen Menschen entwickeln wir Workshops, digitale Lernangebote und kreative Medienprojekte. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Jugend erinnert gefördert.
Vom Transparent zur Stimme (2026)
Ausgehend vom internationalen Olof-Palme-Friedensmarsch 1987 und dem Potsdamer Friedensfest erkunden wir die Geschichte der Friedensbewegungen in Ost und West der 1980er Jahre. Zeitzeugengespräche, Workshops und kreative Formate verbinden historische Erfahrungen mit heutigen Fragen zu Frieden, Protest und gesellschaftlichem Engagement. Das Projekt wird durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.
Online-Lernen & Materialien
Unsere digitale Lernplattform bietet pädagogische Materialien und interaktive Lernangebote zur Geschichte der Garnisonkirche sowie zu ausgewählten historischen und gesellschaftlichen Themen. Sie richtet sich insbesondere an Lehrkräfte; einzelne Kurse können auch von Schülerinnen und Schülern eigenständig genutzt werden – im Unterricht, zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs oder zum individuellen Lernen.
Darüber hinaus dokumentiert die Plattform ausgewählte Projekte, Ergebnisse und Eindrücke aus unserer Bildungsarbeit.
Zur digitalen Lernplattform (Zugang zu allen Bereichen ohne Anmeldung als Gast frei)
Weitere Einblicke in aktuelle Aktivitäten und Projekte gibt es auf unserem Instagram-Kanal @bildung.garnisonkirche
Unser Bildungsverständnis
Unsere Bildungsarbeit verbindet historisches Lernen mit Demokratie-, Friedens- und kultureller Bildung.
Wir setzen auf multiperspektivische, dialogische und partizipative Zugänge, die unterschiedliche Sichtweisen einbeziehen und zur kritischen Auseinandersetzung anregen. Dabei eröffnen auch kreative und künstlerische Ausdrucksformen neue Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart.
Die Garnisonkirche verstehen wir als Lern- und Diskursort, der Raum für Austausch, Kontroversen und gemeinsames Nachdenken bietet.
Kontakt und Anmeldung
Sie möchten mit Ihrer Gruppe die Garnisonkirche besuchen oder haben Fragen zu unseren Bildungsangeboten? Gern beraten wir Sie bei der Auswahl eines passenden Formats und stimmen Inhalte und Termine individuell mit Ihnen ab.
Für Schulklassen und Jugendgruppen:
Alle Bildungsangebote für Schulklassen und Jugendgruppen haben wir auch in einer kompakten Übersicht zum Herunterladen zusammengestellt.
Bitte nutzen Sie das Anmeldeformular (ausfüllbares PDF) und senden es ausgefüllt per E-Mail an uns.
Für Erwachsenengruppen:
Bitte kontaktieren Sie uns direkt per E-Mail oder Telefon.
Wir prüfen Ihren Terminwunsch und melden uns zur weiteren Abstimmung bei Ihnen.
Hana Hlásková
Wissenschaftliche Mitarbeiterin | Bildung & Vermittlung
E-Mail: bildung@garnisonkirche-potsdam.de
Telefon: 0331 9513 3397
Inhaltliche Förderung
Unsere Bildungs- und Vermittlungsarbeit wird u.a. gefördert durch





