Erfahrungen aus der DDR: Solidarisch Kirche sein
Impulse für ein solidarisches Miteinander heute
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Für die Initiatoren des DDR-weit agierenden oppositionellen Netzwerkes „Arbeitskreis Solidarische Kirche“ war „Solidarität“ eine Grundhaltung.
Auf ihrer Gründungsversammlung im Oktober 1986 bezogen sie sich auf die Solidarność-Bewegung im Nachbarland Polen und auf das Neue Testament. Sie verstanden Solidarität nicht als Kampfbegriff, vielmehr als Haltung, „die keinen Feind oder Gegner (braucht), um stark zu werden und sich entwickeln zu können, sie wendet sich an alle und nicht gegen irgendjemanden.“ (So im Oktober 1980 der Krakauer Priester Jozef Tischner). Weitere Impulse entnahmen sie dem Essay Václav Havels: „Versuch, in der Wahrheit zu leben“. Daraus entwickelten sie ihr Programm:
Verzicht auf Bevormundung und Machtmissbrauch in allen gesellschaftlichen Bereichen und auch in der Kirche. Die Umsetzung ihrer Forderungen erprobten sie im konkreten Umgang miteinander und in ihrer eigenen Organisationsform.
Auch heute brauchen wir eine solidarische Grundhaltung, die – wie damals – die Gräben zwischen Menschen verschiedener Herkünfte, Bekenntnisse, Überzeugungen, Generationen und Milieus im Interesse eines für alle lebbaren Gemeinwesens und der menschlichen Würde zu überwinden sucht.
Wir laden ein, die aus der Erfahrung von Diktatur, Menschenverachtung und Paternalismus geborene Idee eines solidarischen Miteinanders auf ihre Tauglichkeit für unsere sich rasant wandelnde Gegenwart hin zu prüfen. Was haben wir den zunehmenden Spaltungen und der teilweisen Verrohung des Miteinanders in der Gesellschaft entgegenzusetzen? Für welches solidarisches Handeln können wir werben? Was könnte die Rolle der Kirche dabei sein?
Joachim Goertz, Dorothea Höck, Frank Otto, Lothar Tautz (ehemals AKSK),
Hana Hlásková und Hannah-Maria Liedtke (Bildungsreferentinnen der Stiftung Garnisonkirche)
Start: 05.10.2026, 15:00
