Sechs Wochen Garnisonkirche – Einblicke in unser studentisches Praktikum


Paula Will und Pia Thonke berichten von ihren Erfahrungen in der Bildungsarbeit der Stiftung Garnisonkirche Potsdam.
Hallo, wir sind Paula Will und Pia Thonke und haben im September und Oktober im Rahmen unseres Lehramtsstudiums ein sechswöchiges Praktikum in der Garnisonkirche absolviert. Wir studieren beide Geschichte und haben uns bewusst für ein Praktikum in der Garnisonkirche entschieden, da sie nicht nur eine große historische Bedeutung besitzt, sondern weil sie bis heute kontrovers diskutiert wird und somit eine wichtige Rolle in der Stadtgeschichte Potsdams spielt.
Da wir beide den Wunsch verfolgen, später als Lehrerinnen zu arbeiten, hatten wir die tolle Gelegenheit, die Garnisonkirche als außerschulischen Lernort kennenzulernen und gleichzeitig einen umfassenden Einblick in das vielfältige Bildungs- und Vermittlungsangebot der Stiftung gewinnen zu können. Besonders interessant war für uns dabei die Frage, wie historische und gesellschaftlich relevante Themen außerhalb des klassischen Schulunterrichts vermittelt werden können und welche Möglichkeiten sich dadurch für Schülerinnen und Schüler eröffnen. Im Rahmen unseres Praktikums konnten außerdem, eigene kleinere Projekte entwickeln und uns aktiv in verschiedene Arbeitsbereiche einzubringen.
Bereits zu Beginn unseres Praktikums erhielten wir Einblicke in das Bildungsprojekt „Unverfälscht“. Im Rahmen dieses Projekts besuchten wir das Hannah-Arendt-Gymnasium und begleiteten dort einen Seminarkurs, der sich thematisch mit der DDR auseinandersetzte. Dabei konnten wir nicht nur die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern kennenlernen, sondern auch beobachten, wie historische Themen gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden. Darüber hinaus unterstützten wir die Erstellung verschiedener Instagram-Beiträge, die anschließend auf dem gleichnamigen Instagram-Account veröffentlicht wurden. Dadurch konnten wir auch Erfahrungen mit digitalen Formen der historischen Vermittlung und der Nutzung sozialer Medien sammeln.
Ein weiterer Höhepunkt unseres Praktikums war der Tag des offenen Denkmals am 13. September, den wir gemeinsam mit den Volunteers und den Freiwilligen begleiteten. Hier konnten wir unmittelbar erleben, wie vielfältig die Besuchergruppen der Garnisonkirche sind und welche unterschiedlichen Fragen und Interessen die Menschen mitbringen. Auch das Projekt „Vom Transparent zur Stimme“ konnten wir im Rahmen der sog. Lebendigen Bibliothek begleiten. Dabei sammelten wir zahlreiche neue Eindrücke aus der Arbeit mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der DDR, kamen mit unterschiedlichen Menschen ins Gespräch und erhielten weitere Einblicke in die Bildungs- und Vermittlungsarbeit der Stiftung.
Darüber hinaus hatten wir die Möglichkeit, an mehreren Rundgängen durch die Garnisonkirche teilzunehmen. Dabei konnten wir eigene Elemente einbringen. Besonders spannend war für uns, zu beobachten, wie sich die Begleitungen an unterschiedliche Zielgruppen anpassen lassen und welche Bedeutung eine verständliche und zugleich differenzierte Vermittlung historischer Inhalte hat. Ein weiterer besonderer Bestandteil unseres Praktikums war die Begleitung der Religionsphilosophischen Schulprojektwoche mit dem Helmholtz-Gymnasium. Während dieser vier Tage waren wir als Guides für verschiedene Gruppen tätig und konnten uns aktiv in die Gespräche und Diskussionen einbringen. Dabei beschäftigten wir uns gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern unter anderem mit den Themen Krieg, Frieden, Demokratie und Religion. Außerdem besuchten wir verschiedene religiöse Orte in Potsdam und hatten die Gelegenheit, mit den Schülerinnen und Schülern in einen Austausch zu kommen.
Abschließend können wir mit Sicherheit sagen, dass wir eine sehr schöne, abwechslungsreiche und lehrreiche Zeit in der Garnisonkirche hatten. Während unseres sechswöchigen Praktikums konnten wir nicht nur unser historisches Fachwissen vertiefen, sondern auch zahlreiche praktische Erfahrungen in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit sammeln.
Besonders wertvoll war für uns, dass wir eigene Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und unsere Fähigkeiten in den Bereichen Planung, Kommunikation und Zusammenarbeit weiterentwickeln konnten. Auch die Begegnungen mit Besucherinnen und Besuchern, Schülerinnen und Schülern, Volunteers sowie den Mitarbeitenden der Stiftung haben unser Praktikum bereichert und uns viele neue Perspektiven eröffnet.
Insgesamt nehmen wir aus dieser Zeit nicht nur neue fachliche Kenntnisse, sondern auch wertvolle Erfahrungen für unseren späteren Berufsalltag als Lehrerinnen mit.
Interesse an einem Praktikum?
Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam bietet Studierenden die Möglichkeit, Einblicke in die historisch-politische Bildungsarbeit an einem außerschulischen Lernort zu gewinnen. Je nach Interesse und Studienrichtung können sie Bildungsangebote begleiten, bei Projekten und Veranstaltungen mitwirken und eigene Ideen einbringen.
Wir freuen uns über Anfragen an bildung@garnisonkirche-potsdam.de.
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