Das Projekt »Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche« hat weit über Potsdam hinaus eine bundesweite und internationale Bedeutung. Hier entsteht ein Forum, das für die Einhaltung der Menschenrechte und Wahrung der Freiheit wirbt, für Frieden und Demokratie steht. In diesem Demokratieforum werden wir uns kritisch mit der Geschichte der Kirche auseinandersetzen und Brücken zu aktuellen Themen der Gegenwart schlagen. Potsdam erhält mit diesem Hauptwerk des norddeutschen Barock ein das Stadtbild prägendes Bauwerk zurück. Über die inhaltliche Ausrichtung hinaus erfährt die Landeshauptstadt dadurch auch eine städtebaulich-touristische Aufwertung.

Bauprojekt, Außen- & Innenausbau

Querschnitt der Garnisonkirche


Äußeres Erscheinungsbild

Der wiederaufgebaute Garnisonkirchturm wird im äußeren Erscheinungsbild weitgehend dem ursprünglichen Bau entsprechen und im Inneren neugestaltet sein. Der Entwurf für den Turm stammt vom renommierten Architekturbüro Hilmer & Sattler und Albrecht.

Durch zahlreiche Quellen ist eine Rekonstruktion der ursprünglichen Architektur in historischer Bauweise und mit authentischem Material möglich. So wird ein Hauptwerk des norddeutschen Barocks vom damaligen Baumeister Philip Gerlach wieder das Stadtbild ergänzen.

Eine wesentliche Änderung im äußeren Erscheinungsbild ist die fünfsprachige Inschrift im Sandsteinsockel, die erst mit dem Wiederaufbau angebracht wurde. Mit dem Bibelvers „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ wird schon äußerlich die Ausrichtung der inhaltlichen Arbeit verdeutlicht. Alle Räume sowie die neue Aussichtsplattform in 57 Metern Höhe sind schwellenlos erreichbar und mit Rollstuhl zugänglich.

Der Turm steht auf einer Bodenplatte, die über die Reste der ursprünglichen Fundamente gelegt wurde, sodass die alte Gründung erhalten bleiben konnte. Zusätzlich wurde eine Tiefgründung mit 38 Bohrpfählen von je 37 Metern Länge angelegt. Die Gründungspfähle sind mit einer Geothermieanlage ausgestattet, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

Aktuell sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen, der Turm hat eine Höhe von über 60 Metern. Fenster und Türen sind eingesetzt, die Außenfassade ist verputzt und gestrichen.


Innenausbau

Der Innenausbau weicht vom historischen Vorbild ab und wurde entsprechend der zukünftigen Nutzungen geplant. Der historische Turm hatte praktisch keine nutzbaren Innenräume. Jetzt entsteht ein Raumprogramm für die inhaltliche Arbeit mit einer Kapelle, Bildungs- und Begegnungsräumen und einer Ausstellungsetage. Die technische und räumliche Ausstattung entspricht den heutigen Anforderungen – dazu gehört ein barrierefreier Zugang aller Etagen mit Aufzügen.

In der neu geschaffenen Kapelle wird am Boden der Grundriss der Heilig-Kreuz-Kapelle, wie sie bis 1968 genutzt wurde, erkennbar sein. Zu der neuen Ausstattung der Kapelle gehört eine Orgel mit einem barocken und einem romantischen Werk sowie einem beweglichen Spieltisch.

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