25.02.2012 | Predigt zum II. JazzGottesdienst am 25.Februar 2012

Predigt zum II. JazzGottesdienst am 25.2.2012 Predigtgrundlage: Mk 2,23-28/3,1-6 – es gilt das gesprochene Wort – Friede sei mit euch von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Die Zeit ist reif Die Zeit ist reif – zum Raufen. Wenn die Zeit reif ist werden Ähren gerauft, reife Ähren

Predigt zum II. JazzGottesdienst am 25.2.2012

Predigtgrundlage: Mk 2,23-28/3,1-6

- es gilt das gesprochene Wort -

Friede sei mit euch von dem, der da war und der da ist und der da kommt.

Die Zeit ist reif

Die Zeit ist reif – zum Raufen.

Wenn die Zeit reif ist werden Ähren gerauft,

reife Ähren muss man raufen,

sonst verlieren die Ähren das Korn,

dann ist es verloren,

also raufen – Ähren raufen.

Zum Raufen der Ähren war die Zeit reif,

denn sie waren reif,

denn sie waren reif und sie waren hungrig.

Ähren raufen.

Ähren raufen am Sabbat.

sie gingen die Ähren zu raufen –

sie gingen Ähren raufen am Sabbat.

Eine Ähre ist eine Ähre, ist eine Ähre…

Und der Sabbat ist der Sabbat, seit den Tagen des Mose ist er der Sabbat.

Der Hunger aber ist der Hunger, kennt keinen Tag und keine Stunde,

der Hunger kommt, der Hungerengel kommt wann er will –.

Um des Menschen willen ist er gemacht…der Sabbat.

Um des Menschen willen, ist gemacht, was gemacht ist?

Die Zeit ist reif.

Die Zeit ist reif – zum Heilen.

Wenn die Zeit reif ist, werden Hände geheilt

denn die Hände haben Heilung dringend nötig.

Hände heilen, heilen behände,

heilen Hände am Sabbat.

Um Hände zu heilen war die Zeit,

denn Heilung war nötig,

heilende Hände, ohne Hände kein Heil,

also heilen

heilende Hände am Sabbat.

Und er ging hin, in die Synagoge, die Hände zu heilen –

heilte Hände am Sabbat.

Eine Hand ist eine Hand, ist eine Hand…

Und der Sabbat ist der Sabbat, seit den Tagen des Mose ist er der Sabbat

Der Schmerz aber ist der Schmerz, kennt keinen Tag und keine Stunde,

der Schmerz kommt, der Schmerzensengel kommt wann er will.

Um des Menschen willen ist er gemacht…der Sabbat.

Um des Menschen willen, ist gemacht, was gemacht ist?

 

Die Zeit ist reif.

Die Zeit ist reif – ihn zu töten.

Ihn zu töten war die Zeit reif.

Das fordern die Pharisäer nach dem Heilen und dem Raufen.

Fordernde Pharisäer hat es immer gegeben,

gibt es bis heute.

Und sie sprechen zu ihm: Es ist nicht erlaubt!

Pharisäer fordern,

sie fordern, die Regeln zu halten,

ihre Regeln, Gottes Regeln.

Kein Raufen des Reifen, kein Heilen des Kranken,

nichts tun, außer Loben am Sabbat.

Denn ein Gebot ist ein Gebot ist ein Gebot…

Und der Sabbat ist der Sabbat, seit den Tagen des Mose ist er es, der Sabbat

Die Übertretung aber ist Übertretung, kennt keinen Tag und keine Stunde,

ihr Urteil kommt, kommt als Todesengel wann er will

Um des Menschen willen ist er gemacht…

Um des Menschen willen, ist gemacht, was gemacht ist?

Der Mensch ist der Mensch ist des Menschen Tochter, ist sein Sohn,

seit der Menschensohn kam, ist der Mensch erlöst.

Noch bevor der Sabbat war, war der Mensch.

Geschaffen zum Bilde Gottes, wenig niedriger als er selbst.

Geschaffen als Mann und Frau, mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt.

Geschaffen und gesegnet – Was ist der Mensch?, ist der Menschsohn, ist die Menschtochter…

Um des Menschen willen ist er gemacht…

Um des Menschen willen,

Regeln sind uns aufgegeben, Regeln für das Leben.

Wir geben selber welche auf, geben welche aus, Regel für ein Miteinander,

unseren Kindern, unseren Partnern, unserer Mitmenschen.

Nur so kann es funktionieren das große Spiel, das wir Leben nennen.

Nur, wenn du nach denselben Regeln spielst wie ich, können wir miteinander leben.

Fordern die Pharisäer…und haben Recht

aber Recht haben heißt nicht, das Recht zu haben

Sie sind uns aufgegeben, die Regeln für das Leben.

Wir kennen sie, wir halten sie, meistens jedenfalls.

Denn manchmal setzen wir sie außer Kraft:

wenn wir rote Nasen aufsetzten, wenn es Zeit zu sterben ist, setzen wir Regeln außer Kraft

wenn der Hungerengel unterwegs ist, wenn die Liebe jung ist, setzen wir Regeln außer Kraft

wenn Schmerzen quälen, wenn die Zeit reif ist, setzen wir Regeln außer Kraft.

Um des Menschen willen ist er gemacht… der Sabbat.

Um des Menschen willen sind sie gemacht, die Regeln, alle.

Regeln, Gebote, sie bilden den Horizont meines Handels.

 

Sie einzuhalten, ist der Horizont meines Ehrgeizes.

Haben Sie ihn jemals berührt? den Horizont …

Ohne Horizont keine Orientierung, ohne Horizont nur Schwindel – haltloses gefühl.

Seekranke sollen den Horizont suchen, eine feste Linie,

die unverrückbar zwischen Himmel und Erde gezogen ist.

Eine feste Linie, unerreichbar und doch, Orientierung.

Um des Menschen willen sind Regeln und Gebote gemacht, um meinetwillen.

Sie sind der Horizont meines Handelns. …

Ist mein Horizont auch dein Horizont?

Ähnlich ja, zum Verwechseln ähnlich, wenn sie sich überschneiden, übereinanderliegen, weil wir beieinander stehen.

Aber gleich? niemals, denn niemals bilden wir denselben Mittelpunkt von dem aus unser Horizont seine Kreise zieht.

Der Wert eines jeden ist so groß, dass jeder selber Mittelpunkt ist.

Du ein Mittelpunkt, ich ein Mittelpunkt, und drumherum der Horizont, deiner, meiner…

Ohne mich, (und ohne dich) kein Horizont.

Wenn ich nicht bin, wenn du mich nicht in meiner Mitte siehst, stellt sich ein Schwindel ein, mir schwindelt und ich schwinde

So ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat …

Die Zeit ist reif,

die Zeit ist reif, den Horizont zu öffnen.

Die Zeit war reif, dass der Menschensohn unseren Horizont aufbrach

im Kornfeld, in der Synagoge, am Sabbat.

Der Menschensohn brach nicht das Gebot, er stellte keine neue Regel auf,

er ließ uns nicht verschwinden, sondern stellte uns in die Mitte

er setzte das Gebot außer Kraft, ein Riß geht durch unseren Horizont,

damit wir einander wieder sehen

Ein Gebot ist keine Grenze, Regeln Gottes begrenzen nicht,

Gebote umgeben, flankieren, säumen – Regeln Gottes schützen mich,

Denn ein Gebot ist ein Gebot, ist ein – Gott…

Und der Mensch ist der Mensch, ist der Menschensohn…

Und der Friede Gottes, der den Horizont eines jeden von uns weit übersteigt, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn. Amen.

Juliane Rumpel, Pfarrerin i.E.

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