16.07.2013 | Predigt in der 6. Woche nach Trinitatis, am 13. Juli 2013

Predigttexte: Jes 43,1-7 + Mt 28,16-20 – Es gilt das gesprochene Wort – Friede sei mit euch und Gnade, von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Amen.   Sommer, die Gelegenheit, um nachzuholen, was lange aufgeschoben wurde. Z.B. Kino: Letztens erst, warf ich mich in meine StarTrek Uniform und

Predigttexte: Jes 43,1-7 + Mt 28,16-20

- Es gilt das gesprochene Wort -

Friede sei mit euch und Gnade, von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Amen.

 

Sommer,

die Gelegenheit, um nachzuholen, was lange aufgeschoben wurde.

Z.B. Kino: Letztens erst, warf ich mich in meine StarTrek Uniform und los ging´s,

der neuste Teil des ewig epischen Dramas,

das unsere Zukunft ausleuchtet,

unsere Zukunft in den Weiten des Alls,

seit Jahrzehnten gibt es die StarTrekCharaktere, am bekanntesten sicher, der Commander mit den spitzen Ohren – und v.a. seine Begrüßungsgeste…[Geste zeigen]

 

Die Geste des ewig-epischen Dramas im Weltall,

die Geste, des ewig-epischen Dramas überhaupt:

Es ist eine jüdische Segensgeste,

d.h. es ist die Hälfte einer jüdischen Segensgeste, komplett sieht sie ungefähr so aus […Geste zeigen]

 

Es sind die sog. Kohen-Hände, die Sie hier sehen.

Es ist eine uralte Segensgeste jüdischer Priester.

Es ist ein Symbol, das sich heute v.a. auf Grabsteinen derer findet, die aus dem Priestergeschlecht stammen.

Es ist eine Geste, menschliche Hände formen ein „Schin“, ein Schin, das ist ein hebräischer Buchstabe, in seiner Form dem „W“ sehr ähnlich, mit dem Schin beginnt das hebräische Wort „Schem“, d.h. „Name“.

 

Die Kohen-Hände, die Segensgeste, genutzt immer dann,

wenn der aaronitische Segen gesprochen wurde:

Der Herr segne dich und er behüte sich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir, usw. usf.,

Sie kennen die Worte.

Doch was Sie vielleicht nicht kennen,

sind die Worte, die Gott spricht, nachdem er die Segensworte mitgeteilt hat, spricht er:

Ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, damit ich sie segne.

 

Kohen-Hände, das Schin, Schem, der Name, Gottes Name symbolisch auf alle gelegt,

ihnen auf die Stirn geschrieben – sie sind gesegnet.

Auf den Gesegneten liegt Gottes Name.

Der Gesegnete trägt Gottes Schriftzug.

Die Gesegnete ist Gottes Ebenbild.

Gesegnete gehören zu Gott.

 

Sie tragen seinen Namen, durch den Segen tragen sie Gottes Unterschrift,

doch sie sind nicht Gott, wir sind nicht Gott,

seine Ebenbilder, ja, aber nicht er selbst.

Wir tragen seinen Namen auf uns, doch wir rufen uns bei unseren Namen,

bei den Namen, die uns unsere Eltern gaben.

Auch Gott ruft uns,

auch Gott kennt uns,

auch Gott erkennt uns – denn wir tragen sein Kürzel:

 

1 Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

2 Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.

3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland.

5 So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir.

7[A]lle, die mit meinem Namen genannt sind,

die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.

 

Wir alle tragen Gottes Unterschrift, wir alle tragen sein Kürzel,

denn er hat uns geschaffen, er hat uns gesegnet und

… siehe, es ist sehr gut, wir sind sehr gut – zumindest geschaffen…

 

Nun ist es ja so, auch ich schreibe meinen Namen, auf die Dinge, die mir gehören, in Bücher, die mir gehören, auf Kaufverträge, überall da, wo ich etwas erwerbe, damit es mein ist,

schreibe ich meinen Namen drauf,

schreibe ich meinen Namen drunter,

setzte meine Unterschrift dazu, mein Kürzel.

 

Und manchmal, nach vielen Jahren, kann ich nicht mehr so richtig erkennen, was da eigentlich stand, kann meinen eigenen Namen nicht mehr erkennen – weil er verblasst mit der Zeit.

Wenn es gut läuft, kann ich ihn einfach erneuern, nochmal den Namen schreiben.

 

So auch Gott?! Vielleicht…

auch er muss immer mal wieder seinen Namen auf uns erneuern und wir dürfen ihm dabei helfen:

Damals die jüdischen Priester mit den Kohen-Händen,

mit der Segensgeste, die Gottes Namen auf die Israeliten legte…

Heute wir, Christen,

… wir nutzen einen andere Geste, weil wir uns auf einen anderen und auf den gleichen berufen.

Wenn wir segnen, wenn wir um Gottes Segen bitten, legen wir einander die Hände auf – manchmal spürbar, manchmal symbolisch und dann schlage ich ein Kreuz, denn wir segnen im Namen Gottes, des dreieinigen Gottes und das Kreuz erinnert daran.

Jedesmal, wenn ich Sie segne,

jedesmal, wenn Sie jemanden segnen, dann schreiben wir den Namen Gottes auf uns nach, damit der Schriftzug nie verblasst, damit wir nie vergessen, zu wem wir gehören und damit Gott nie vergisst, dass wir sein sind.

 

Ich trage neben meinem Namen auch den Namen Gottes.

Mir ist auch sein Namen gegeben, denn ich bin getauft (auf seinen Namen):

 

Denn, so spricht der ewig andere und gleiche, mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

 

Auf seinen Namen getauft,

mit seinem Namen gezeichnet,

das erinnert nicht nur Gott daran, dass ich sein bin, sondern auch mich erinnert es tagein, tagaus:

Da wo Gott draufsteht, da ist auch Gott drin.

 

Und der Friede Gottes, der größer ist als alles, was wir uns vorstellen können, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn. Amen.

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