20.07.2013 | Gottesdienst zum Wochenschluss, 7. Woche nach Trinitatis, 20. Juli 2013

Predigttext: Lukas 9,10-17 – Es gilt das gesprochene Wort –   Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Amen. Da sitze ich nun – und eine Lösung muss her! Wissen Sie, es ist doch immer das Gleiche: Immer, wenn ich beginne zu erzählen,

Predigttext: Lukas 9,10-17

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Amen.

Da sitze ich nun – und eine Lösung muss her!

Wissen Sie, es ist doch immer das Gleiche:

Immer, wenn ich beginne zu erzählen, dann sagen die Leute: „Nun werd´ doch mal konkret! Is ja allet jut und schön, aber so richtig vastehn tun wa dir nich!”

Sie werden es mir nachsehen, dass ich etwas übertreibe.

Die Ausdrucksweise meiner Gesprächspartner ist meistens schon etwas gewählter… aber in der Sache bleibt es gleich:

Es ist ihnen einfach zu unkonkret,

ER ist ihnen einfach zu unkonkret.

Ja, Sie denken an den richtigen – oder an das Richtige, egal, Sie haben jedenfalls Recht!

Ich gehöre zu den Menschen, die über ihren Glauben reden – ich glaube!, ich glaube an Gott!

Doch es gibt viele Menschen, die mir nicht glauben, weil es so unkonkret sei und Gott so abstrakt, nicht greifbar, obwohl, das setzen sie dann gern hinzu, obwohl sie ja doch irgendwie glauben, und, nein, sie finden es gar nicht absurd, dass es einen Gott gibt, aber was der nun genau tue und wie sich das auswirke und wie man das merke – ob ich ihnen das nicht vielleicht besser erklären könne!?

Sie sehen, wie ich bereits am Anfang feststellte, eine Lösung muss her!

Schließlich bin ich um Hilfe gebeten worden und für die Sache Gottes setze ich mich gerne ein.

Und jetzt überlege ich also mal wieder, womit ich dieses Mal anfange.

Am Anfang…, klar, das war auch meine 1. Idee,

das hab ich auch schon mal gemacht, hab es dann auch aufgeschrieben und es klang dann in etwa so:

 

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde und diese Schätzung war die allererste usw. usf.

 

Aber heute bin ich auf der Suche nach etwas anderem,

ich hab kurz drüber nachgedacht, von meinem Anfang zu erzählen,

von meinem Anfang mit Gott, also von meiner Taufe.

Aber ich hab´ gemerkt, es ist überzeugender, wenn Jesus vorkommt, in dem was ich erzähle und dann aufschreibe und außerdem sollte es irgendwie alltäglicher sein, jeden betreffen und öfter geschehen als die Taufe…

Hmh, in den alten Geschichten da geht es ja oft ums Essen, wenn es um Gott geht…

… da waren z.B. die Israeliten, gerade der Fremdherrschaft in Ägypten entflohen,

waren endlich keine Sklaven mehr und alles woran sie denken konnten,

waren die Fleischtöpfe ihrer Sklaventreiber!

Naja, mit Urteilen sollte ich wohl vorsichtig sein, wann hatte ich denn das letzte Mal so richtig Hunger?!

Jedenfalls haben sie gemurrt und gemeckert damals in der Wüste und dann bekamen sie so viel sie brauchten, um satt zu sein:

Brot und Fleisch, Manna und Wachteln:

ER hatte sie nicht vergessen,

das erzählten sie sich noch Jahre lang, über Generationen

und schließlich hat wohl einer die Geschichte dann aufgeschrieben,

vielleicht war der damals in einer ähnlichen Situation, wie ich heute,

so hab´ ich das noch nie gesehen,

was wohl damals tatsächlich geschah mit dem Volk in der Wüste?!

Aber ich schweife ab, ich muss mich ja um die Menschen heute kümmern.

Wir brauchen neue Geschichten.

Ich profitiere ja davon, dass meine Mutter mir viel erzählt hat und mein Großvater,

der hat das damals alles noch aus erster Hand erfahren,

also er war nicht selbst dabei, aber er kannte einen, der mit diesem Fischer befreundet war, der dann mit Jesus immer unterwegs war.

Und ich versuche all das Aufzuschreiben, was sie erzählt haben und was sie erinnern –

warum?, na weil ich glaube, dass das die Lösung sein kann, für die Menschen, die mich fragen und für die Menschen, die auf der Suche sind, für die das alles nicht mehr so einfach und selbstverständlich ist. Ich müh mich um die.

Jeder hat eben eine Gabe, und meine ist Lesen und Schreiben,

damit kann ich dienen!

Also essen, essen müssen wir alle, es gibt mal mehr und mal weniger, mal besseres und mal schlechteres… wir essen gemeinsam oder allein, genüsslich oder schnell im Vorbeigehen.

Und wir wissen, dass es ohne nicht geht, wir brauchen Nahrung und für viele Menschen ist Hunger Realität,

wäre es nicht schön, wenn…

[…] Jesus zog sich mit seinen Jüngern allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida.

11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften. 12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen. Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Lass das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier in der Wüste.13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen. 14 Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig. 15 Und sie taten das und ließen alle sich setzen. 16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten. 17 Und sie aßen und wurden alle satt;
Wäre es nicht schön, wenn wahr würde, was ich schreibe?

Wenn noch einmal wahr würde, was berichtet ist,

dass immer alle satt wurden, wenn ER dabei war?

Ja, Gott stärkt meinen Körper mit dem täglichen Brot meine tägliche Arbeit zu verrichten, aber er stärkt mehr und anders,

irgendwie wunderbar und nicht immer gleich merklich…

Und die Geschichte geht übrigens weiter, Moment, ich notiere, es ist nämlich nicht so, wie damals in der Wüste, wo jeder genauso viel bekam, wie er brauchte, nein, es war so:

 

17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was sie an Brocken übrigließen, zwölf Körbe voll.

 

Es reicht für länger, was Sie bekommen.

Es reicht nicht nur für den Moment.

Es ist so viel, dass sie noch abgeben können.

Interessant auch, dass weder meine Mutter, noch mein Großvater je berichtet haben, was eigentlich mit diesen Resten geschah? Obgleich „Reste” kann man 12 volle Körbe ja eigentlich gar nicht nennen, das ist doch Nahrung im Übermaß, Brot in Fülle…

Die Körbe sind damals sicher einem guten Zweck zugekommen, haben noch andere satt gemacht – obgleich, vielleicht war das auch nie ernst gemeint, sondern mehr so symbolisch?, vielleicht hat sich meine Mutter da bei Jesus was abgeguckt, der hat ja auch gern in Bilder geredet…

Erst ist da Wüste, großer Hunger, viele Menschen und zu wenig zu essen.

Dann Jesu Dank gen Himmel, wie immer, wenn er sich mit vielen zu Tisch setzte und er setzte sich gern mit vielen Menschen an einen Tisch….

Dann Sättigung, Stärkung, Sättigung, die überläuft, für viele andere reicht.

Hmh, wenn wir doch immer so auseinander gingen nach dem Brotteilen, mit Kraft, die für viele reicht!

 

Soweit also mein Versuch einer Lösung.

Ich weiß, besonders konkret ist das immer noch nicht.

Und ob die Menschen, die das lesen werden, darin etwas erkennen, weiß ich nicht.

Aber ich hoffe, dass meine Texte genauso lange gelesen werden, wie die vom Volk Israel und seiner Wüstenwanderung.

Ob später noch alle verstehen, was ich so sagen wollte,

weiß ich auch nicht, aber vielleicht inspirieren sie meine Texte ja auch einfach über Ihr Leben und Ihren Weg mit Gott nachzudenken – egal in welcher Zeit sie leben.

Oh, ich bitte um Entschuldigung, wie unhöflich, ich hatte mich gar nicht vorgestellt: Lukas ist mein Name, Evangelist von Beruf!

Und damit verabschiede ich mich auch schon.

Nur eines noch: der Friede Gottes, der größer ist, als alles, was wir uns berichten und erzählen können, der bewahre unser aller Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn – Amen.

 

Juliane Rumpel, am 20. Juli 2013

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