Und was denken Sie über den Wiederaufbau der Garnisonkirche?

Ihre Meinung interessiert uns: Was sind Ihre Wünsche, Meinungen, Anregungen? Bitte tragen Sie sich in unser Gästebuch ein. Es ist neu aufgelegt, da dies im Zuge der Anpassung an die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erforderlich wurde. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist es leider nicht möglich, die Einträge aus den vergangenen Jahren weiterhin öffentlich zu zeigen. Wir freuen uns auf Ihre neuen Einträge!


Eintragung
*Pflichtfelder
Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

Gästebuch

01. Januar 2019 | 17:28

Jürgen Wessel

Es ist eine beklemmende Erkenntnis, dass die im Lande Brandenburg „an die Macht gekommenen Bürger der ehemaligen DDR, die nichts dazu gelernt haben“ und zu denen sich einzelne Zeitzeugen auf keinen Fall zählen möchten und „die nunmehr eigene Wunden heilen, indem sie sich vorbereiten, zukünftig neue Wunden zu schlagen“! Entschuldigung, muss ich – muss „man“ - diese Kausalität verstehen?

Potsdam gehört zu den wirtschaftlich am stärksten wachsenden Landeshauptstädten Deutschlands. Wie keine andere Region in Brandenburg entwickeln sich Potsdam und seine Umgebung mit moderner Industrie, Dienstleitungsbetrieben und weltweit geachteten Forschungseinrichtungen zu einem Zentrum der Hochtechnologie, das auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereitet ist. Mit seinem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 19,6 Milliarden EURO im Jahre 1991, das bis 2017 auf 69,1 beständig gewachsen ist, erfährt Brandenburg eine Entwicklung, an die doch wohl vor 1990 nicht zu denken war. Die wirtschaftliche Prospertät Brandenburgs und Potsdams ergänzt sich fördernd durch naturschöne märkische Wälder und Seen, verbunden mit dem verschwenderischen Reichtum der mit Recht als „preußisches Arkadien“ gepriesenen Kulturlandschaft, zu der seit 1732 die Garinsonkirche zählte, die aber von der Generation mit vermeintlich „anderen Sorgen, Nöten und Weltsichten“, von der der o.g. Kreis von Rezensenten überzeugt ist, sie „hasste“ die wiederaufgebaute Potsdamer Garnisonkirche „wie die Pest“! Sehr wahrscheinlich mit Blick auf das Landtagsgebäude in der wieder aufgeführten Architektur des Knobelsdorffschen Stadtschlosses und des wieder erstandenen Palais Barberini als Museum Barberini hat allein der Zuzug „konservativer Menschen“ es zu verantworten, dieses Arkadien „zu einem dekadenten Ort“ verkommen zu lassen, was allein auch nur das Anliegen – die „Hauptaussage“ - der Garnisonkirche ist“.

Die im Geiste des Pietismus Friedrich Wilhelms I wieder aufgebaute Garinsonkirche bietet würdig Anlass, selbst diese Sicht der Dinge nachsichtig, begründet allein in christlicher Demut, zu ertragen, um auch so in Zukunft, für das Recht auf uneingeschränkte Meinungsfreiheit einzutreten


28. Dezember 2018 | 19:47

Wolfgang Banse

Sehr geehrte, liebe Frau Scholl,ich habe Ihren Beitrag im Gästebuch auf der Hompage der Garnisionskirche mehrfach gelesen.Mir tut es sehr leid, dass Sie mit der Kirche auf Konfrontationskurs stehen.Die Gründe mögen aus Ihrer Sicht vielseitig sein.So lange Menschen in der Kirche wirken,wird die Kirche, werden die Kirchen in einem gewkissen Konflikt stehen.Gläubige, Hauptamtliche und Ehrenamtliche sind auch nur Menschen,nicht fehlerfrei.Persönlich identifiziere ich mich mit dem Theologen und Widerkampfskämpfer Dietrich Bonhoeffer.der sich dafür aussprach ,dass Kirche für andere dasein sollte.Dies hat bis heute,28. Dezember2018 seine Berechtigung und Gültigkeit.Die neue Garnisionskirche wird eine Kirche des Betens, Singens,örens sein.Aus der Vergangenheit ,so hoffe ich es ,wurden Lehren gezogen,dass die Kirche nicht wieder zum Part einer politischen Bewegung wird.Viel leistet die Kirche,zwar nicht immer aus eigener Kraft,obwohl Staat und Kirche nach dem deutschen Recht getrennt sind,aber sie fühlen sich in der Pflicht genommen,worauf sie sie sich berufen,Jesus Christus in der Nachfolge zu lbene, Ich bin ganz Ihrer Auffassung dass die Landeshaupt-stadt Potsdam nicht eine elitäre, einkommensstarke Stadt werden darf. Alle Bevölkerungsschichten sollten und sollen in dieser Stadt leben, arbeiten, wohnen können, ohne Ansehen der Person, des Status, Hautfarbe, Religions-und GlaubenszugehörigkeitSeien Sie sehr geehrte , liebe Frau Scholl gewiss,dass dies mit allen legalen zur Verfügung rechtlichen Mitteln verhindert werden wird.Ihnen wünsche ich von Herzen, ein gutes, gesundes, friedvolles Jahr 2019.Mit freundlichen Grüssen Wpöfgang Banse


20. Dezember 2018 | 12:49

Sophie Scholl

Die Garnisionskirche wird nun offenbar gebaut. Es ist jedoch mitnichten so, dass diese Frage - wie im PNN-Interview am 20. Dezember 2018 von Herrn Dombert behauptet - in der Bürgerschaft geklärt ist. Der Wiederaufbau der Garnisionskirche wurde direkt nach der Wende demokratisch beschlossen. Zwischen diesem demokratischen Beschluss und dem tatsächlichen Baubeginn liegt eine ganze Generation (28 Jahre!), die ganz andere Sorgen, Nöte und Weltsichten hat und für die der Aufbau dieser Kirche die Pest ist. Diese Kirche steht dafür, dass die Generation der ehemaligen DDR-Bürger, welche heute in Macht gekommen ist, nichts gelernt hat und ihre eigenen Wunden damit heilt, in der nächsten Generation neue Wunden zu schlagen. Potsdam verkommt zu einem dekadenten Ort reicher, konservativer Menschen - das ist die Hauptaussage dieser Kirche.


16. Dezember 2018 | 10:30

Jürgen Wesel

Es lässt sich augenscheinlich nicht vermeiden, dass jede Erörterung über den Wiederaufbau historischer Gebäude wie dem der Potsdamer Garnisonkirche sofort und unvermeidlich in eine ideologische, zuweilen parteipolitisch dominierte Auseinandersetzung über deutsche Identität und deutsches Selbstwertgefühl mündet! Auch wenn es zu Recht für viele kein Trost ist, so ist aber die bei den Deutschen latent angelegte hingebungsvolle, häufig unreflektierte Bewunderung all dessen, was nicht "DEUTSCH" ist, keine Besonderheit unserer Zeit, sondern reicht weit zurück in die deutsche Seelenwanderung vergangener Jahrhunderte, die vermutlich im 17. und 18. Jahrhundert, nach dem Ende des anderen großen Krieges der Neuzeit, dem Dreißigjährigen von 1618 bis 1648, begann, als die Deutschen vozugsweise alles Französische hemmungslos in Kunst und Politik "adorierten". Der Katastrophe von 1618 bis 1648 ist allerdings kein größenwahnsinniger Rausch deutscher Überheblichkeit vorausgegangen, dennoch hat Churchill 1945 verallgemeinernd philosophiert, man habe die Deutschen entweder im Genick oder vor sich auf dem Boden kriechend.

Es lässt sich offenbar einem Teil der politischen Klasse Deutschlands nicht vermitteln, dass die Entstehung der Garnisonkirche historisch durch den Pietismus Friedrich Wilhelms I und von mörderischen Erlebnissen von Land und Leuten im Dreißigjährigen Krieg in einem total wehrlosen Staatswesen geprägt war! Dem Trauma des Dreißigjährigen Krieges folgte in Brandenburg ein Paul Gerhard, dessen bewegende Kirchenlieder auch im 21. Jahrhundert tief emotional vermitteln, welches Leid die Menschen zu erdulden hatten! Ohne Übertreibung lässt sich daher feststellen, dass - wie sich dies in den modernen Staaten Europas wiederholte - ein in Friedenszeiten "stehendes Heer" nicht etwa als lästige Bedrohung, sondern doch wohl vorbeugend als Schutz in Friedenszeiten begriffen wurde. In diesen Dienst alleine wurde auch die Garnisonkirche gestellt - und nicht banal als Kulisse für eine zweihundert Jahre später nszenierte Intrige deutscher Geschichte - wie dies nun immer wieder in ermüdender Monotonie perpetuiert wird! So gerechtfertigt diese Betrachtungen zur historischen Deutung der Garnisonkirche auch sein mögen, ebenso bedeutsam ist doch wohl die baugeschichtliche Relevanz, die die Kirche für das unverwechselbare Stadtbild Potsdams besitzt, weil sie einfach nur schön, auch imposant, aber einfach ästhetisch und - um ein, in einem anderen Zusammenhang verwendetes Wort von Albert Einstein zu gebrauchen - "organisch" - das Bild der Stadt bis Nicolaikirche und "Landtagsschloss" prägt.


14. Dezember 2018 | 15:03

Wolfgang Banse

Die Garnisionskirche gehört zum Stadtbild Potsdams., wie die Spree zu Berlin.Kirchen sind eine Bereicherung eines Dorfes, Gemeinde, Stadt.Sie sind Orte des betens, Singens, Hörens.Gäb es sie nicht, würde dem Dorf, die Gemeinde, der Stadt etwas fehlen. Kirchen sind Orte des Ausruhens., des Friedens.Herr ich hab lieb die Stätte deines Hauses- dies bestätigt sich immer wieder.


11. Dezember 2018 | 11:52

Frank Brensing

Seit ich 2001 das erste Mal in Potsdam war, fühle ich mich dieser wunderbaren Stadt
( obwohl bei Düsseldorf lebend ) auf allerbeste Weise verbunden. Schon beim ersten Besuch sind mir klare bodenständige Menschen, die malerische Natur, tolle Schlossanlagen etc. aber auch tiefe " Wunden " aufgefallen, die der alliierte Bombenangriff im April 45 mit inhuman blinder Zerstörungswut ohne Maß und Ziel ( nur um seiner selbst Willen und weil die Bomberflotte noch auf Hochtouren lief ! ) ins historische Stadtbild geschlagen hat. Was schon deshalb niemals akzeptiert werden kann, weil das unsägliche Naziregime zu diesem Zeitpunkt bereits bis auf wenige Kilometer bzw. Tage vollends besiegt war !! Nach dem Krieg bestand erst recht kein Interesse am Erhalt oder dem Wiederaufbau noch vorhandener Teile; Das Gegenteil war der Fall, was in der Sprengung der Garnisonskirchenruine gipfelte ! Eine weitere fatale Folge der " schlimmen 12 Jahre " ist insbesondere darin zu sehen, dass im gesamten Nachkriegsdeutschland jegliches Nationalgefühl ( a'la Frankreich ) sukzessive mit dieserhalb absolut negativer deutscher Gründlichkeit fast abgeschafft wurde. Was bis heute jeden normalen Umgang mit unserer eigenen Geschichte ( wie auch der des " guten Preussen " ) quasi verünmöglicht. Und auch den teils militant diffusen Widerstand gegen diesen Wiederaufbau wie den ebenso fatalen Umstand erklärt, das bis in unsere Tage hinein jeder der sein Vaterland schätzt und deshalb trotz realistischer Weltoffenheit für Leute die unsere Lebensart und Kultur in Vorleistung zu akzeptieren haben den eigenen Nationalstaat bewahren will, als " Nazi " diffamiert wird. Ein wertkonservativer Bürgerpatriot kann schon deshalb ein solcher nie sein, weil exakt deren verbrecherische Führung bis 45 mit ihren verabscheuungswürdigen menschliche Untaten den so entstandenen Verlust unserer Ostgebiete, die Zerschlagung der gewachsenen europäischen Staatenordnung ( Bismarck's Europa der Vaterländer ) u.v.m. und im Besonderen die bis heute anhaltende Zerstörung jeden gesunden deutschen NATIONALBEWUSSTSEINS vollumfänglich zu versantworten hat. Somit sind die wahren Zerstörer Deutschlands die Verantwortungsträger des " 3. Reiches ", die durch ihre Handlungen wie vor unser Vaterland ( das zuvor in der Welt wieder geachtet und akzeptiert war ) an einen Abgrund geführt haben, in den wir gerade in diesen Tagen drohen endgültig hinein zu fallen !! So ist u.a. der Wiederaufbau der Garnisonkirche für mich ein wesentlicher Baustein der " Wundheilung " und Wiedergewinnung historischer Leuchttürme; Das dies Vorhaben nun sogar als Friedenszentrum realisiert wird, führt jeden ideologisch basierten Protest ad absurdum. Das genau das auch Zukunft schafft, habe ich gespürt als meine Töchter mir unabhängig voneinander bei/nach Besuchen signalisierten wie toll sie es finden das so wichtige Gebäude im neuen Geist wieder erstehen; Weshalb ich bisher gerne 2 personifizierte Ziegel gespendet habe; Und vielleicht lege ich nochmal nach. Gerade zu Unrecht von interessierter Seite gescholtene " Großkapitalisten " wie Hasso Plattner, G. Jauch, Werner Otto u.v.a. sind und waren es doch, die bärenstark mit dafür gesorgt haben das so grandiose Bauwerke wie das Palais Barberini, das Landtagsschloss und nun die Garnisonkirche ( und übrigens auch das Berliner Stadtschloß als Humboldtforum ! ) wieder zurück in unsere Städte kommen. Absolute Touristenmagnete, die viel Geld in die Kassen bringen, was einzig mit dem Erhalt z.B. der Fachhochschule oder des Palastes der Republik wohl kaum geglückt wäre ?! Unstreitig ist es nötig für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen und wo das noch offen ist muss nachgearbeitet werden, weshalb gerade ich mich gegen jede Nutzung der angespannten Immobilienlage durch gewissenlose Spekulanten ausdrücklich stelle !
Aber mal ehrlich.: Mir selbst war es nie möglich auf der Düsseldorfer Königsallee
( " sozusagen Mitte schön " ) eine Wohnung auf WBS - Mietniveau anzumieten. Und trotzdem genieße ich als Besucher das dortige Flair ! Klassenlampfartiges Verweigern nur weil man es partout so haben will, bringt zumeist nichts an den Start bzw. ins Dauerlaufen, ist für mein Empfinden extrem Hinterweltlerisch und schadet überall jeder perspektivisch im Ganzen gedeihlichen Sache. Vor diesem Hintergrund ist meine ehrliche Botschaft.: Freuen wir uns gemeinsam über das was wiedergewinnend neu entsteht und sehen das Positive darin. Denn nur wenn das gelingt, hat auch Potsdam eine sicherlich gute und stabile Zukunft ... !

Frank Brensing






Logo Wiederaufbau Garnisonkirche Potsdam

zum Seitenanfang