22.07.2011 | Zauber der Ziegel – Ildiko Röd über die potenzielle Zugkraft der sichtbaren Garnisonkirchenfundamente

Nein, Pompeji ist es natürlich keines, das sich da den Betrachtern neuerdings vor der Garnisonkirchenkapelle eröffnet. Dennoch fühlt man sich beim Anblick von Fundamentteilen der alten Kirche, die man nun aus

Nein, Pompeji ist es natürlich keines, das sich da den Betrachtern neuerdings vor der Garnisonkirchenkapelle eröffnet. Dennoch fühlt man sich beim Anblick von Fundamentteilen der alten Kirche, die man nun aus dem Erdreich herausgeholt hat, eigentümlich berührt. Nur einen Steinwurf entfernt rollt der Auto-Strom der Breiten Straße vorbei; flankiert wird die Fläche von gesichtslosen Plattenbauten. Und plötzlich blickt man hier – mitten in der modernen Stadt – hinab auf die Jahrhunderte: auf märkischen Ziegel, gebrannt vor Anfang der 1730er Jahre. Nun sind Backsteinmauern natürlich kein pompejanischer Marmor und in dieser Hinsicht sehr wenig aufsehenerregend. Dennoch erregen die Mauern Aufmerksamkeit: als erster – wirklich greifbarer – Eindruck von der alten Garnisonkirche im städtischen Raum. Bislang war das Bauwerk für die überwältigende Mehrheit aller Bürger ja nichts weiter als die sprichwörtliche graue Theorie. Jetzt aber werden Fläche und Lage der Kirche nachvollziehbarer; das Projekt erstmals plastischer. Die Hoffnung der Wiederaufbau-Aktiven war stets gewesen, dass die Spenderbereitschaft mit wachsender Wahrnehmbarkeit der Kirche wachsen würde. Die nächsten Monate müssen zeigen, ob diese Hoffnung nur graue Theorie ist. (MAZ vom 22.07.2011, von I. Röd)

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