02.04.2013 | „Wunder leerer Hände“

Martin Vogel, theologischer Vorstand der Garnisonkirchen-Stiftung, über den Wiederaufbau   Herr Vogel, lässt sich der Wiederaufbau der Garnisonkirche bis 2017 bewältigen oder ist es Zeit für eine Absage des größten Kirchenbauprojekts innerhalb

Martin Vogel, theologischer Vorstand der Garnisonkirchen-Stiftung, über den Wiederaufbau

Herr Vogel, lässt sich der Wiederaufbau der Garnisonkirche bis 2017 bewältigen oder ist es Zeit für eine Absage des größten Kirchenbauprojekts innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland?

Der Zeitplan mit dem Ziel, den Turm der Kirche am Vorabend des 31. Oktober 2017 einzuweihen, ist extrem ehrgeizig. Bisher liegen wir beim Zeit- und Ablaufplan im grünen Bereich. Alles hängt nun davon ab, ob es gelingt, die nötigen Gelder rechtzeitig einzuwerben.

Der Wiederaufbau soll aus Spenden finanziert werden. Wie viele Spenden sind bisher eingegangen?

Stiftung und Fördergesellschaft arbeiten intensiv daran, dass die Wiedergewinnung einer der schönsten Kirchen des norddeutschen Barock durch Spenden und bürgerschaftliches Engagement möglich wird. Wir vertrauen auf das „Wunder der leeren Hände“. Die Kirche wird es nur geben, wenn sich viele Menschen dafür mit Geld und Kraft einsetzen. Wir sind zuversichtlich, dass wir Schritt für Schritt vorankommen.

Wie wollen Sie weitere Geldgeber gewinnen, wer sollte sich Ihrer Ansicht nach an der Baufinanzierung beteiligen?

Es gibt zahlreiche Ideen. Stiftung und Fördergesellschaft freuen sich im Übrigen darüber, dass am 1. April eine Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ihre Tätigkeit aufgenommen hat.

Wozu wird die Garnisonkirche gebraucht?

Es ist wichtig, geeignete Räume zu haben, die ein Erinnern für die Zukunft möglich machen. Gewissen schärfen, Gedächtnis prägen und Zukunft ermöglichen – in diesem Dreiklang lässt sich beschreiben, worum es geht. Übrigens: Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich am 3. Oktober 1990 eine Leitlinie gegeben, die darauf setzt, die alte Garnison Potsdam einer Konversion zu unterziehen. Dazu passt der Gedanke, die frühere Garnisonkirche als offene Bürgerkirche für Touristen und Passanten wiederzugewinnen. Wenn das gelingt, dann wird die Kirche eines Tages ebenso zu Potsdam gehören wie der Michel zu Hamburg.

(PNN vom 02.04.2013, Die Fragen stellte Yvonne Jennerjahn)

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