18.11.2014 | "Wiederaufbau geradezu unentbehrlich"

Im Rahmen des Freiheitsdiskurses der Stiftung Garnisonkirche Potsdam unterstützte der israelische Diplomat und Publizist Avi Primor den geplanten Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche nachdrücklich.  

Zum Volkstrauertag hat Primor Deutschland für seine Erinnerungskultur gelobt: Es sei das einzige Land, das Denkmäler baue, um sich an die eigene Schande zu erinnern, sagte der frühere Botschafter im Reichstag. Am Montag sprach sich Primor in Potsdam für die Wiedergewinnung des geschichtsträchtigen Ortes in Potsdam aus: „Es ist geradezu unentbehrlich, ein Gebäude wie die ehemalige Garnisonkirche wieder zu errichten. Wer der Zukunft gerecht werden will, braucht auch Brücken zur eigenen Vergangenheit." Primor befürwortete die Wiedererrichtung des Turms in „historischer Hülle“, da mit dem Erinnern an das frühere Aussehen ein „Brückenschlag in die Vergangenheit“ möglich werde. Dieses Erinnern sei notwendig, um für die Zukunft zu lernen.

 Den Gedanken der geplanten Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit begrüßte Avi Primor ausdrücklich. Er berichtete von seiner eigenen Initiative zur Versöhnung durch einen gemeinsamen Studiengang junger Palästinenser, Jordanier und Israelis. Die letzte Gruppe dieses Studiengangs sei auch während des Gazakrieges zusammen geblieben. Am Ende hieß die wichtigste Frage: Wie können wir auch zukünftig in Kontakt bleiben?

 Zum diesjährigen Freiheitsdiskurs lud die Stiftung Garnisonkirche ins Potsdam Museum ein. Avi Primors Buch „Süß und ehrenvoll“ stand im Zentrum dieses Abends. Zwei junge Europäer, beide jüdischen Glaubens, der eine Franzose, der andere Deutscher werden Soldaten im I. Weltkrieg. Der Roman zeichnet ihre Lebenswege nach und lädt ein zum Nachdenken über Freund- und Feindbilder im 20. Jahrhundert, über die Absurdität des Krieges und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Die Schauspielerin Simone Kabst las aus dem Buch. Im Anschluss diskutierten Avi Primor und Bischof a. D. Prof. Dr. Wolfgang Huber unter der Moderation von Anke Plättner zum Thema „Feindbilder überwinden“.

Avi Primor beim Freiheitsdiskurs 2014 mit Anke Plättner, Prof. Dr. Wolfgang Huber und Simone Kabst

Im Rahmen des Freiheitsdiskurses der Stiftung Garnisonkirche Potsdam unterstützte der israelische Diplomat und Publizist Avi Primor den geplanten Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche nachdrücklich. 

Zum Volkstrauertag hat Primor Deutschland für seine Erinnerungskultur gelobt: Es sei das einzige Land, das Denkmäler baue, um sich an die eigene Schande zu erinnern, sagte der frühere Botschafter im Reichstag. Am Montag sprach sich Primor in Potsdam für die Wiedergewinnung des geschichtsträchtigen Ortes in Potsdam aus: „Es ist geradezu unentbehrlich, ein Gebäude wie die ehemalige Garnisonkirche wieder zu errichten. Wer der Zukunft gerecht werden will, braucht auch Brücken zur eigenen Vergangenheit." Primor befürwortete die Wiedererrichtung des Turms in „historischer Hülle“, da mit dem Erinnern an das frühere Aussehen ein „Brückenschlag in die Vergangenheit“ möglich werde. Dieses Erinnern sei notwendig, um für die Zukunft zu lernen.

Den Gedanken der geplanten Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit begrüßte Avi Primor ausdrücklich. Er berichtete von seiner eigenen Initiative zur Versöhnung durch einen gemeinsamen Studiengang junger Palästinenser, Jordanier und Israelis. Die letzte Gruppe dieses Studiengangs sei auch während des Gazakrieges zusammen geblieben. Am Ende hieß die wichtigste Frage: Wie können wir auch zukünftig in Kontakt bleiben? 

Zum diesjährigen Freiheitsdiskurs lud die Stiftung Garnisonkirche ins Potsdam Museum ein. Avi Primors Buch „Süß und ehrenvoll“ stand im Zentrum dieses Abends. Zwei junge Europäer, beide jüdischen Glaubens, der eine Franzose, der andere Deutscher werden Soldaten im I. Weltkrieg. Der Roman zeichnet ihre Lebenswege nach und lädt ein zum Nachdenken über Freund- und Feindbilder im 20. Jahrhundert, über die Absurdität des Krieges und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Die Schauspielerin Simone Kabst las aus dem Buch. Im Anschluss diskutierten Avi Primor und Bischof a. D. Prof. Dr. Wolfgang Huber unter der Moderation von Anke Plättner zum Thema „Feindbilder überwinden“.

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