06.12.2010 | WIEDERAUFBAU: Die ersten Mauern fallen – „Fröhlicher Abriss“ auf dem Platz der Garnisonkirche an der Breiten Straße

POTSDAM / INNENSTADT – Begleitet von „Bravo“-Rufen vieler Schaulustiger hat Johann-Peter Bauer, Chef der Fördergesellschaft Garnisonkirche, am Sonnabend auf einem Bagger den Abriss des Flachbaus am früheren Rechenzentrum am Sonnabend symbolisch gestartet. Auf dem Platz an der Breiten Straße ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche vorgesehen. Der Flachbau soll laut Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) im Januar

POTSDAM / INNENSTADT – Begleitet von „Bravo“-Rufen vieler Schaulustiger hat Johann-Peter Bauer, Chef der Fördergesellschaft Garnisonkirche, am Sonnabend auf einem Bagger den Abriss des Flachbaus am früheren Rechenzentrum am Sonnabend symbolisch gestartet. Auf dem Platz an der Breiten Straße ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche vorgesehen. Der Flachbau soll laut Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) im Januar vollständig abgetragen worden sein. Schließlich soll, wie berichtet, schon im Juni unweit dsavon ein Pavillon für die Garnisonkirchenausstellung samt Kapelle eröffnen.

Der Einladung zur öffentlichen Abrissparty folgten trotz klirrender Kälte etwa 200 Gäste, darunter auch Ex-Innenminister Jörg Schönbohm (CDU): „Heute ist ein schöner Tag.“ Bevor Baggerführer Bauer („ich hatte heute Vormittag eine kurze Einweisung“) mit dem Greifer die ersten Scheiben zum Bersten und anschließend eine Wand zum Einsturz brachte, hatte Altbischof Wolfgang Huber die Anwesenden auf das Ereignis eingestimmt. Der Ort, an dem einst die Garnisonkirche stand, werde seine „kulturelle und geistige Bedeutung wiedererlangen“. Den zweiten Advent habe er stets als „Kopf-hoch-Sonntag“ bezeichnet. Erhobenen Hauptes solle auch dieses Werk, der Wiederaufbau der Garnisonkirche, vorangetrieben werden.

Derweil reichten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Falkenrehde (Havelland) heiße Gulaschsuppe, deren Zutaten Rewe-Markt-Chef Siegfried Grube spendiert hatte. Gern genommen wurden Freibier und Gratis-Glühwein, begangen werden sollte ja ein „fröhlicher Abriss“, wie Jakobs sagte. Der lange umstrittene Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche finde in der Bevölkerung „immer mehr Zustimmung“. Tatsächlich waren am Sonnabend keine offenkundigen Gegner des Projekts zugegen. Ein fröhlicher Abriss könne es nun sein, da „wir die Vorstellung von etwas Besserem haben, das an diese Stelle tritt“, so das Stadtoberhaupt. Passend dazu spielten die Potsdamer Turmbläser. Bernhard Bosecker, der das Ensemble vor 35 Jahren gründete, schwärmt schon vom Neubau: „Endlich gäbe es dann einen Turm, von dem herab wir jedes Wochenende spielen könnten.“

Wie das Areal an der Breiten Straße einmal ausgesehen hat, dokumentierten Farbfotos aus dem Jahr 1955. Ingrid Andriessen-Beck schenkte der Fördergesellschaft die Aufnahmen ihres Vaters Geerd Andriessen. (MAZ vom 06.12.2010, Von Ricarda Nowak)

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