10.01.2012 | Weizsäcker wird Ehrenkurator – Altbundespräsident macht sich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche stark

POTSDAM / INNENSTADT – Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker wird Ehrenkurator der Garnisonkirchenstiftung. Als „großes Glück“ wurde die Zusage des Altbundespräsidenten gestern im Kreise der Stiftungskuratoren bezeichnet, die sich zu ihrer

POTSDAM / INNENSTADT – Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker wird Ehrenkurator der Garnisonkirchenstiftung. Als „großes Glück“ wurde die Zusage des Altbundespräsidenten gestern im Kreise der Stiftungskuratoren bezeichnet, die sich zu ihrer turnusmäßigen Versammlung in Potsdam trafen. Die Kuratorenschaft von Weizsäckers entspreche durchaus einer Schirmherrschaft, hieß es. Die Schirmherrschaft war seit dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler im Frühjahr 2010 vakant.

Dass Weizsäcker sich nun mit seinem Namen für das Projekt einsetzen wird, hängt wohl auch mit seiner Biografie zusammen. Richard Karl Freiherr von Weizsäcker, geboren am 15. April 1920 in Stuttgart, gehörte ab 1938 dem Potsdamer Infanterie-Regiment 9 an. Sein Bruder Heinrich diente als Leutnant im selben Regiment. Mitglieder im IR9, die oftmals auch zur Garnisongemeinde gehörten, waren am Hitler-Attentat beteiligt. „Der hohe Stellenwert, den die Gemeinde der Garnisonkirche in den Ereignissen um den 20. Juli 1944 hatte“, habe Weizsäcker nun unter anderem für das Amt eines Ehrenkurators zusagen lassen, hieß es gestern. Bereits 2005 hatte Weizsäcker an der Grundsteinlegung für die Kirche teilgenommen.

Einen hochkarätigen Neuzugang konnte das Kuratorium gestern begrüßen. Manfred Gentz – Top-Wirtschaftler und Bundesverdienstkreuzträger – nahm erstmals an einer Sitzung teil. Gentz bringe eine „unglaubliche Vernetzung in der Wirtschafts- und Finanzwelt“ mit, was ihn zu einem „exzellenten Ratgeber für das Vorhaben“ mache, sagte Altministerpräsident und Kuratoriumsmitglied Manfred Stolpe über den ehemaligen Daimler-Manager und aktuellen Aufsichtsratschef der Deutschen Börse. Altbischof Wolfgang Huber, der den Vorsitz im Kuratorium inne hat, würdigte Gentz’„beeindruckenden Einsatz“, auf dessen Initiative auch maßgeblich die Entschädigungen der deutschen Industrie für ehemalige NS-Zwangsarbeiter zustande gekommen sind.

Gestern wollte der frühere Top-Manager, der unter anderem durch ein Gespräch mit Huber zu seinem Engagement bewogen wurde, noch keine Auskünfte zu seinen künftigen Bemühungen um den Wiederaufbau machen. Auf die Frage, wie man den Bann bei Großspendern brechen wolle, gab er sich gleichmütig: „Das wollen wir feststellen, ob es den Bann gibt.“ (MAZ vom 10.01.2011, Von Ildiko Röd)

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