12.09.2012 | Warum eigentlich immer Wohnungen?

Langer Stall ab Mitte 2013 im Bau / Am heutigen Mittwoch Eröffnung der Wettbewerbsausstellung / Berliner Büro bringt Entwurf einer Kunsthalle ins Spiel Der Bau des Langen

Langer Stall ab Mitte 2013 im Bau / Am heutigen Mittwoch Eröffnung der Wettbewerbsausstellung / Berliner Büro bringt Entwurf einer Kunsthalle ins Spiel

Der Bau des Langen Stalls ist eines der größten Wohnungsbauprojekte der Potsdamer Mitte. Ab Mitte kommenden Jahres geht es los; Bauherr ist die Bremer Firma Assed des Investors Ingo Damaschke. 160 Wohnungen sollen in der einst 170 Meter langen, 1734 errichteten und 1945 zerstörten Reit- und Exerzierhalle der preußischen Armee entstehen. Einen von der Stadt Potsdam ausgelobten städtebaulichen Wettbewerb für die Verwirklichung des Langen Stalls und der Neubebauung des Areals der ehemaligen Feuerwache an der Werner-Seelenbinder-Straße gewann das Berliner Architekturbüro von Stephan Höhne.

19 teils sehr namhafte Büros nahmen an dem anonymen Wettbewerb teil. Den zweiten Preis errang das Büro Eckert, Negwer, Susselbeck Architekten. Den dritten Preis teilt sich die Potsdamer Architektengemeinschaft Löffler, Engel und Kühn mit dem Büro Heidenreich & Springer. Am heutigen Mittwoch, dem 12. September, sind die Wettbewerbsbeiträge erstmals öffentlich in einer Ausstellung zu sehen, die um 18 Uhr im Schaufenster der Fachhochschule in der Friedrich-Ebert-Straße eröffnet.

Wie Potsdams Baubeigeordneter Matthias Klipp (Bündnisgrüne), Ulla Luther, Vorsitzende des Potsdamer Gestaltungsrates, und Preisrichter Prof. Bernhard Winking im Nachgang des Wettbewerbs betonten, habe es sich als nahezu unrealisierbar herausgestellt, die ursprüngliche Kubatur des Langen Stalls für eine Wohnnutzung wiederherzustellen. Schuld ist die enorme Bautiefe von 23 Metern, die eine natürliche Belichtung der Innenräume stark erschwert. Einzig die Potsdamer Architektengemeinschaft Löffler, Engel und Kühn versuchte sich am Originalgrundriss – und lieferte einen vielgelobten Entwurf, den Investor Damaschke Klipp zufolge aber wegen der geringeren Vermarktungschancen nicht bauen will.

Aber warum müssen es denn Wohnungen sein? Das Berliner Büro UT Architekten hat mit ihrem Wettbewerbsbeitrag vorgeschlagen, im Langen Stall die Kunsthalle von Potsdam-Mäzen Hasso Plattner unterzubringen. Immerhin: Die Sonnenlichtprobleme kämen selbst bei der großen Bautiefe der Originalkubatur nicht auf. Zum Schicksal seines Vorschlages teilte das Büro den PNN mit: „Vermutlich wegen Nichterfüllung der Forderung nach vermarktbarem Wohnraum schied unser Entwurf frühzeitig aus.“ Dessen ungeachtet ließe sich mit dem Beitrag über das Wettbewerbsverfahren hinaus eine Diskussion über bisher unterschätzte alternative Standorte für die Kunstsammlung Hasso Plattners anregen, so das Büro. Schließlich habe die Ankündigung, die Kunsthalle werde nicht in der Potsdamer Innenstadt gebaut, viele Potsdamer enttäuscht. Nach Diskussionen um einen Abriss des Mercure-Hotelhochhauses, um Platz zu schaffen für den Bau der Kunsthalle, hatte sich Plattner für den Campus am Jungfernsee als Kunsthallenstandort entschieden. Dem Büro UT Architekten zufolge könnte der Lange Stall die Flächenforderung für die Kunsthalle von 4000 Quadratmetern Grundfläche mit seinen 3700 Quadratmetern fast erfüllen. Gemeinsam mit dem Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte (HBPG), dem Filmmuseum und weiteren sich ansiedelnden Galerien „bestünde die Chance, dass sich hier in der Zukunft ein vitales Museumsquartier entwickelt“, teilte das Büro mit. (PNN vom 12.09.2012, von Guido Berg)

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