19.09.2012 | Visionen für eine vergessene Schönheit – Bürger diskutieren Gestaltung der Breiten Straße

POTSDAM – Um Visionen und Ideen für die Breite Straße drehte sich der Informationsabend einer gleichnamigen Initiative gestern im Naturkundemuseum. Man

POTSDAM – Um Visionen und Ideen für die Breite Straße drehte sich der Informationsabend einer gleichnamigen Initiative gestern im Naturkundemuseum. Man wollte die „vergessene Schönheit“ wiederbeleben und von einer umbauten Autobahn ein kleines Stück mehr an den Prachtboulevard heranrücken, der sie einst war. Dass das nur in Ansätzen gelingen kann, war auch den rund 60 Gästen klar – schließlich war die Stadt zu Zeiten de „Prachtboulevards“ eine ganz andere: Da begann die Breite Straße hinter dem Stadtschloss und endete auf Höhe der Einmündung Schopenhauerstraße mit zwei eng stehenden Obelisken, die das Tor zur Neustädter Havelbucht bildeten. Die Bucht reichte bis ans heutige Marktcenter heran und wurde später zugeschüttet.

Wie die Breite Straße bis zur Einmündung der Dortustraße aussehen wird, hat die Stadt bereits erarbeitet – der Mittelstreifen wird abgerissen, die vier Fahrbahnen rücken zusammen, dafür entstehen links und rechts Baumreihen und Fuß- und Radwege, zudem bleibt Platz für die Garnisonkirche, deren Turm-Wiederaufbau nächstes Jahr beginnen soll.

Es muss ein Gesamtkonzept für die gesamte Straße her, darin waren sich alle Redner einig. Sie bedauerten es daher, dass kein Bauamts-Mitarbeiter gekommen war. Ludger Brands, Architekturprofessor an der Fachhochschule, forderte für den restlichen Verlauf der Straße eine einheitliche Flucht und das Schließen von Baulücken. Er wünschte sich auch im weiteren Verlauf der Straße einen Alleecharakter, der die großen Baumassen links und rechts und den vielen Verkehr optisch beruhige. „Das wäre wieder etwas mehr Boulevard statt nur Beton und Ödnis“, sagte Brands, der einen „Masterplan“ für die Straße forderte.

Rainer Möller vom Naturkundemuseums-Verein erinnerte daran, dass das Haus dringend einen Erweiterungsbau benötige und schlug vor, diesen in der Straßenflucht vor das Studentenwohnheim links vom Museum zu setzen. Den dort noch stehenden Obelisken – einer der beiden, die einst das Tor zur Havelbucht bildeten – wünschten sich viele Teilnehmer in die Mitte der Straße auf Höhe der Lindenstraße gerückt, so dass eine Sichtachse zwischen Obelisk und Jägertor entstehe.

Schließlich schilderte der Maler Olaf Thiede seine Vision eines „Neuen Tors“: Den alten Obelisken am Anfang des Mittelstreifens, einen neuen, modernen an dessen Ende, so wie auch die Breite Straße historisch umbaut beginne und modern umbaut ende. Über den Mittelstreifen soll eine Fußgängerbrücke führen, die der Straße den Charakter einer Barriere nimmt. Mit Blick entlang der Straße sollte diese bogenförmige Brücke dann ein Tor und einen Fixpunkt fürs Auge bilden. (MAZ vom 19.09.2012, Von Jan Bosschaart)

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