01/22/2024 | "Unterwegs im Licht": Kinder basteln, Erwachsene lauschen

Das Kulturfest "Unterwegs im Licht" zog am Samstag Tausende Potsdamer und Gäste in die Mitte der brandenburgischen Landeshauptstadt. Auch am Turm der Garnisonkirche, dessen Spitze sich farbenfroh beleuchtet zeigte, war der Andrang groß - und die Stimmung bestens. Ein Rückblick.

Rüya (18) kam mit ihrer Oma in die Nagelkreuzkapelle. Foto: Stephanie von Hochberg

Die 18-jährige Rüya hat noch nie einen Lampion gebastelt. Am Samstag hatte sie dazu die Gelegenheit – beim großen Laternenbasteln in der Nagelkreuzkapelle am Turm der Garnisonkirche.

Rund 200 große und kleine Besucherinnen und Besucher kamen im Laufe des Nachmittags, um sich für den Laternenumzug anlässlich des Kulturfests „Unterwegs im Licht“ auszustatten.

Rüya wählte eine Schablone, die den berühmten „Potsdamer Dreikirchenblick“ zeigt, nachempfunden einem Kupferstich von 1913. Sie kolorierte das Transparentpapier farbenfroh, befestigte es in der Fassung aus Pappe und ließ den fertigen Lampion mit einem elektrischen Licht von innen erstrahlen. „Das hat Spaß gemacht“, so Rüya lachend zu ihrer Oma, mit der sie zu dem Event gekommen war (Foto).

Fünf Giraffen und Millionen Ziegelsteine

Die kleinen und größeren Kinder an den Basteltischen wurden von Bettina von Finck unterstützt, Mitglied der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche e.V. (FWG) und ehemalige Kunstlehrerin. Auch Eltern und Großeltern halfen mit. „Wir sind vom Babelsberger Park hergelaufen“, erzählte Mutter Verena, die mit ihrem Mann und den beiden Töchtern (8 und 12) in die Breite Straße gekommen war. „Das Lichterfest ist so schön, und wir sind gerne mit unseren eigenen Laternen dabei.“

Viele Besucherinnen und Besucher sahen sich zudem Filme über die historische Garnisonkirche an, die in der Nagelkreuzkapelle gezeigt wurden, oder probierten sich am Wissensquiz. Wie viele Ziegelsteine wurden im Garnisonkirchturm verbaut? Ist der Turm höher als fünf Giraffen? Bildungsreferentin Hana Hlásková von der Stiftung Garnisonkirche und Bundesfreiwilligendienstler Leo Raupach brachten mit ihren Fragen die Teilnehmenden zum Staunen und Lachen.

Übrigens: Im Turm wurden 2,3 Millionen Ziegelsteine verbaut, und er ist derzeit 57 Meter hoch.

Gespräche und Infos zur Turm-Eröffnung

Der Bastelnachmittag war auch eine Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über die künftige Nutzung des Kirchturms zu informieren, der im Frühsommer 2024 eröffnen wird. „Viele Menschen wollen wissen, ab wann man den Turm besuchen kann, wann er seine Haube erhält und ob es auf dem Turm wirklich eine Aussichtsplattform gibt“, so Barbara Kuster, Mitglied der Fördergesellschaft. Sie begrüßte die Gäste am Eingang mit Punsch und Getränken. Das Buffet spendete Siegfried Grube vom Rewe-Markt im Marktcenter.

FWG-Vorsitzende Maike Dencker zeigte sich „überwältigt“ vom Zuspruch der Besucherinnen und Besucher: „So viele Menschen in der Stadt fiebern mit uns der Eröffnung entgegen, so viele Menschen sind heute hergekommen, gerade auch junge Familien – das ist einfach super!“

Zum Abschluss des Tages präsentierte der israelische Tenor Tal Koch im Rahmen einer musikalischen Andacht jüdische Lieder. Gemeinsam mit Birgitta Flick am Saxofon und Albrecht Gündel-vom Hofe am Klavier interpretierte er Psalmen und Gedichte und begeisterte damit das Publikum in der voll besetzten Nagelkreuzkapelle.

Text: Beatrix Fricke

 

 

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