20.03.2013 | Stimmen zum „Tag von Potsdam“ – Matthias Platzeck, Markus Dröge, Alexander Gauland, Lutz Boede

Matthias Platzeck (SPD), Ministerpräsident Brandenburgs: „Das Ganze war eine Farce, denn die kommunistischen Abgeordneten waren davongejagt oder schon eingesperrt, die Sozialdemokraten

Matthias Platzeck (SPD), Ministerpräsident Brandenburgs:

„Das Ganze war eine Farce, denn die kommunistischen Abgeordneten waren davongejagt oder schon eingesperrt, die Sozialdemokraten boykottierten das makabre Schauspiel. So wie wir in diesen Tagen – 80 Jahre später – mit diesem historischen Datum umgehen, zeigen wir: In unserer Landeshauptstadt steht heute eine wache Bürgergesellschaft für Toleranz und eine wehrhafte Demokratie.“

Markus Dröge, Landesbischof:

„Die Evangelische Kirche hat sich beim Tag von Potsdam zu sehr von der Nazipropaganda vereinnahmen lassen. Erst in der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 grenzte sich die Bekennende Kirche kritisch vom nationalsozialistischen Staat ab. Heute gehen von der temporären Kapelle an der Garnisonkirche starke Impulse für die Demokratie aus: So nimmt von dort ein Demokratiebus seine Fahrt
durch die Stadt auf.“

Alexander Gauland, ehemaliger Verleger der MAZ:

„Alte Eliten, die sich mit dem Machtverlust nicht abfinden konnten, wollten damals mit Hilfe eines Verbrechers wieder an die Macht kommen. Das wurde bitterlich bestraft. Viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens haben damals sehr versagt. Aber Potsdam ist 1000 Jahre alt und hat eine große, preußische Tradition. Das ist nicht so leicht zu beschmutzen.“

Lutz Boede, Geschäftsführer der Potsdamer Fraktion „Die Andere“:

„Die Garnisonkirche ist ein Symbol für die preußische Militärmonarchie. Ich bin gegen ihren Wiederaufbau. Es ist das falsche Symbol am falschen Platz. Wir haben in Potsdam heute weder eine Garnison noch ein Kaiserreich und die Kirchen sind leer. Noch heute übt die Garnisonkirche auf Soldatenverbände und Rechtsextreme große Faszination aus.“

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