30.07.2013 | Stärkerer preußischer Akzent

Nachdem die Stadt Potsdam die Baugenehmigung erteilt hat, werden die Arbeiten voraussichtlich im Jahr 2014 beginnen. Los gehen soll es mit dem Turm. Der geplante Wiederaufbau der

Nachdem die Stadt Potsdam die Baugenehmigung erteilt hat, werden die Arbeiten voraussichtlich im Jahr 2014 beginnen. Los gehen soll es mit dem Turm.

Der geplante Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche hat eine entscheidende Hürde genommen. Die Baugenehmigung der Stadt Potsdam sei am Montag erteilt worden, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums der Garnisonkirchen-Stiftung, der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Berliner Altbischof, Wolfgang Huber, am Dienstag in Potsdam.

Das Kuratorium habe bei seiner Sitzung am Dienstag einen geänderten Entwurf für die Kapelle im Turm der neuen Garnisonkirche beschlossen, sagte Huber. Nach Angaben des Architektenbüros soll die Kapelle nun schlichter und mit stärkeren preußisch-reformatorischen Akzenten gestaltet werden. Als Grundriss ist statt eines Achtecks ein Rechteck vorgesehen.

In das Projekt Garnisonkirche seien bislang rund 6,5 Millionen Euro investiert worden, sagte Verwaltungsvorstand Peter Leinemann. Für das Bauvorhaben müssten nun weitere Mittel eingeworben werden. Als erster Bauabschnitt soll bis zum 500. Reformationsjubiläum 2017 für rund 40 Millionen Euro der Turm der Garnisonkirche gebaut werden. Der Baubeginn wurde mehrfach verschoben, derzeit ist das Frühjahr 2014 im Gespräch.

Die evangelische Garnisonkirche wurde auf Beschluss des preußischen Königs Friedrich Wilhelms I. für den Hofstaat und die Militärgarnison in Potsdam errichtet. Der Barockbau des Architekten Johann Philipp Gerlach wurde 1732 eingeweiht und 1735 mit der Vollendung des mehr als 80 Meter hohen Turms fertiggestellt.

Am „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933 nutzten die Nazis die Garnisonkirche für den Festakt zur Eröffnung des neu gewählten Reichstags. Bei einem Luftangriff im April 1945 brannte die Kirche aus. Die DDR hat die Ruine 1968 abgerissen und am Standort ein Rechenzentrum errichtet. Seit den 90er-Jahren bemühen sich verschiedene Akteure um den Wiederaufbau der Kirche. 2005 wurde der Grundstein gelegt, 2008 die Stiftung für den Wiederaufbau gegründet. (Berliner Zeitung/epd vom 30.07.2013)

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