04.06.2009 | STADTENTWICKLUNG: Leitbautenkonzept gefordert – Debatte zu Garnisonkirche

POTSDAM / INNENSTADT – Die Garnisonkirche soll zusammen mit anderen historischen Bauwerken als „Leitbau” Maßstäbe bei der Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte setzen. Dies hat Andreas Kitschke von der Fördergesellschaft zum Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) am Mittwochabend im Alten Rathaus gefordert. Dort stellte sich die Gesellschaft bei der Veranstaltungsreihe „Potsdamer Mitte im Dialog” vor. Kitschke erwartet,

POTSDAM / INNENSTADT – Die Garnisonkirche soll zusammen mit anderen historischen Bauwerken als „Leitbau” Maßstäbe bei der Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte setzen. Dies hat Andreas Kitschke von der Fördergesellschaft zum Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) am Mittwochabend im Alten Rathaus gefordert. Dort stellte sich die Gesellschaft bei der Veranstaltungsreihe „Potsdamer Mitte im Dialog” vor. Kitschke erwartet, dass sich die Verwendung „authentischen Materials” ebenso durchsetzt wie die weitestgehende Annäherung an die „Plastizität” der ursprünglichen historischen Bauten.

Der Kirchenwiederaufbau soll ab 2012 offiziell in Angriff genommen werden. Bis 2017 soll der Turm fertig sein, Kostenpunkt etwa 39 Millionen Euro. Weitere gut 40 Millionen Euro braucht es, um auch das Kirchenschiff wieder zu errichten.

Debatten gab es erneut darum, welcher Geist die kulturell-kirchliche Arbeit im künftigen Bau bestimmen soll. Ein Gast bemängelte eine angebliche „Engführung” des angestrebten Versöhnungsgedankens durch eine Konzentration auf die Verbrechen der NS-Diktatur und den Widerstand dagegen. Dies müsse um Versöhnung auch zwischen etwa zwischen Ost und West, den zerstrittenen Generationen und ähnlichen widerstreitenden Polen ergänzt werden.

Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulze sprach sich für „Breite und Tiefe” des Versöhnungsgedankens aus: „Man bedenke, in welche Abgründe wir in unserer Geschichte schauen und welche visionäre Kraft wir brauchen, dass sich das nicht wiederholt”, sagte er. Ein regelrechtes Versöhnungszentrum – wie im einstigen Nutzungskonzept geplant – wird es nicht mehr geben, sondern eine in die Regularien der neuen Garnisonkirchenstiftung aufgenommene Orientierung auf Versöhnungsarbeit. Die vor einigen Monaten gegründete Stiftung will am 21. Juni ihr vollständiges Kuratorium vorstellen.

Dem einstigen Vorsitzenden der aufgelösten „Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel” (TPG), Max Klaar, will man „nicht nachlaufen” – auch nicht des Geldes wegen. Klaar soll bis zum Zerwürfnis wegen des Nutzungskonzepts rund sechs Millionen Euro gesammelt haben, die man erst bekäme, wenn man Klaars kirchenpolitische Bedingungen erfüllt. Das will keiner tun. (Von Sven Rosig)

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