14.01.2011 | SPENDE: Garnisonkirche als Postwertzeichen – Händler lässt bei der Post Kleinserien von Briefmarken anfertigen / Erlös für Wiederaufbau bestimmt

POTSDAM / INNENSTADT – Eine Briefmarke mit dem Motiv der Garnisonkirche darauf? Einer „echten“ Marke, von der Post zugelassenen, mit der man Briefe aus Potsdam in die weite Welt verschicken kann? In der Tat, die gibt es. Und demnächst wird man diese Briefmarken wohl in der Ausstellung zum Gotteshaus in der Breiten Straße kaufen können.

POTSDAM / INNENSTADT – Eine Briefmarke mit dem Motiv der Garnisonkirche darauf? Einer „echten“ Marke, von der Post zugelassenen, mit der man Briefe aus Potsdam in die weite Welt verschicken kann? In der Tat, die gibt es. Und demnächst wird man diese Briefmarken wohl in der Ausstellung zum Gotteshaus in der Breiten Straße kaufen können.

Das Ganze geht auf eine Initiative von Siegfried Grube zurück. Seit Jahren unterstützt der Rewe-Händler, Inhaber des Marktes in der Breiten Straße, die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG). Wenn diese nun zu ihrem Neujahrsempfang lädt, wartet Grube mit besagten Marken auf. 100 Stück im Nennwert von 55 Cent für Briefe und 100 Stück à 45 Cent für Karten hat er bei der Deutschen Post anfertigen lassen. Und mehr noch. Auch komplett mit Garnisonkirchenmarke frankierte Postkarten und Kuverts – hier jeweils 300 Stück – wird Grube der FWG schenken.

Das eigentliche Problem sei gewesen, erklärte Siegfried Grube, ein Bildmotiv von der Kirche zu finden, das frei von Urheberrechten Dritter ist. Schließlich habe ein Postkartensammler dankenswerterweise eine solche historische Darstellung für das Projekt zur Verfügung gestellt.

Billig war das Vorhaben nicht. Derartige Kleinstserien von Postwertzeichen sind teuer. 180 Euro habe beispielsweise allein die Anfertigung der einhundert 55-Cent-Marken gekostet, berichtete Grube. Ähnlich sei das Verhältnis von Nennwert zu Herstellungskosten bei den Postkarten und Kuverts. „Aber es geht ja eigentlich auch gar nicht darum, die Briefmarke einfach zum Versenden zu nehmen“, sagte der Initiator. Primär sei es ein Sammlerstück. Entweder für Philatelisten, die die Marken als Raritäten in ihre Sammlung aufnehmen. Oder auch als Erinnerungsstück. Es gebe viele Potsdamer, für die sich mit der Garnisonkirche persönliche Erlebnisse verbinden – und zwar jenseits des schwarzen „Tags von Potsdam“. Als Anwohner in der Innenstadt zum Beispiel. Hier, so schätzt der Sponsor, gibt es bestimmt auch ein Interesse weit über die Stadtgrenzen hinaus, so dass die Marken ungeachtet eines Spenden-Aufschlags zugunsten der Fördergesellschaft ihre Abnehmer finden.

Neben den großen Zuwendungen braucht es auch die kleinen Aktionen, um den Wiederaufbau Wirklichkeit werden zu lassen, ist sich Siegfried Grube sicher. „Es gibt in Potsdam so viele Betriebe und Gewerbetreibende – wenn jeder ein bisschen tun würde, wäre die Finanzierung viel stabiler.“ Seine Einzelhandels OGH und er wollen einen Beitrag zum Wiederaufbau der Mitte leisten. „Wir sitzen ja selbst im Stadtzentrum“, sagt Grube, der als Unternehmer übrigens das Neue Toleranz-Edikt von Potsdam mit unterzeichnet hat, „und unsere Kunden wohnen größtenteils ebenfalls in der Mitte.“ Die Hoffnung auf den 31. Oktober 2017 gebe er nicht auf. Am 500. Jahrestag der Reformation soll die Garnisonkirche wieder eröffnet werden. „Bis dahin werden wir den Wiederaufbau mit Aktionen unterstützen.“ (MAZ vom 14.01.2011, von Carsten Böttcher)

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