16.01.2010 | Sehnsucht nach Meer – Oberbürgermeister: Breite Straße wird 2010 saniert

Innenstadt – Noch 2010 wird die Sanierung der Breiten Straße vom Filmmuseum bis zur Dortustraße beginnen. Der Hauptstadtausschuss des Landes habe die Mittel bewilligt. Mit dieser Nachricht überraschte Potsdams Oberbürgermeister gestern die Mitglieder der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, die zum Neujahrsempfang in die Breite Straße geladen hatte. Die Breite Straße werde wieder so

Innenstadt – Noch 2010 wird die Sanierung der Breiten Straße vom Filmmuseum bis zur Dortustraße beginnen. Der Hauptstadtausschuss des Landes habe die Mittel bewilligt. Mit dieser Nachricht überraschte Potsdams Oberbürgermeister gestern die Mitglieder der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, die zum Neujahrsempfang in die Breite Straße geladen hatte. Die Breite Straße werde wieder so hergestellt, dass der Wiederaufbau der Garnisonkirche möglich ist. Auch wenn in Potsdam vieles etwas langsamer dauere, so Jakobs, „gibt es irgendwann den Durchbruch“.

Jakobs, aber auch Johann-Peter Bauer, Vorsitzender der Fördergesellschaft oder Martin Vogel, theologischer Vorstand der Garnisonkirchen-Stiftung, waren sich rückblickend darin einig, dass das Jahr 2009 Fortschritte aus Sicht der Wiederaufbau-Sympathisanten gebracht hat. So gründete sich im Juni das Kuratorium der Stiftung und im September übernahm Bundespräsident Horst Köhler die Schirmherrschaft über das Wiederaufbauprojekt. Als „Weihnachtsgeschenk“ hatte die neue Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) der Stiftung zwei Millionen Euro aus Mitteln der Parteien und Massenorganisationen der DDR in Aussicht. Ebenso konnten 2009 Maren Otto und Prof. Werner Otto, Potsdam-Mäzen und Gründer des Otto-Versandes, als Ehrenkuratoren für die Stiftung gewonnen werden.

Jakobs zufolge werde es in diesem Jahr erfolgreich weiter gehen. So werde noch im Januar der Vertrag über die Übertragung des Garnisonkirchen-Grundstückes an die Stiftung unterzeichnet und ab dem 1. Februar wirksam. 2012, so Jakobs, könne mit dem Bau des Kirchturmes begonnen werden.

Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz weckte in seiner Rede die Hoffnung auf künftig vollere Kirchen. Karl Marx habe die Religion noch als „Trost in einer untröstlichen Welt“, als „illusionärer Trost“ kritisiert. Das klinge heute seltsam antiquiert. Schulz fragt: „Sind wir nicht von Diesseitsvertröstungen ermüdet?“ Es sei Jesus, der den wahren Trost hinterlassen habe.

Rat, warum sie in Dresden mit der wiedererrichteten Frauenkirche so erfolgreich waren, versuchte Frauenkirchen-Pfarrer und Ehrengast Sebastian Feydt zu geben. Wichtig sei, die Menschen für das Projekt zu begeistern. Die große Idee müsse der Mehrheit der Bevölkerung nahe gebracht werden. Feydt zitierte Antoine de Saint-Exupery: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, die Arbeit einzuteilen und Aufgaben zu vergeben, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlosen weiten Meer!“ Guido Berg

Zurück


zum Seitenanfang