12.05.2011 | Richtfest für Kapelle an der Garnisonkirche – Juliane Rumpel zur Pfarrerin an der Breiten Straße berufen / Konkrete Pläne für den Turm / Wolfgang Huber erinnert an Kirchenunion

Innenstadt – Das Architekturbüro Hilmer & Sattler und Albrecht wird den Turm der Potsdamer Garnisonkirche planen. Ziel ist die Ermittlung der genauen Baukosten für den Turm, die derzeit auf 39 Millionen Euro geschätzt werden. Zusammen mit dem Kirchenschiff „reden wir über ein 100-Millionen-Euro-Projekt“, wie gestern der Kuratoriumsvorsitzende der Garnisonkirchenstiftung, Wolfgang Huber, vor Journalisten informierte. Der

Innenstadt – Das Architekturbüro Hilmer & Sattler und Albrecht wird den Turm der Potsdamer Garnisonkirche planen. Ziel ist die Ermittlung der genauen Baukosten für den Turm, die derzeit auf 39 Millionen Euro geschätzt werden. Zusammen mit dem Kirchenschiff „reden wir über ein 100-Millionen-Euro-Projekt“, wie gestern der Kuratoriumsvorsitzende der Garnisonkirchenstiftung, Wolfgang Huber, vor Journalisten informierte. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland stellte Juliane Rumpel vor, am vergangenen Sonntag ordinierte Pfarrerin für die zeitweilige Kapelle an der Garnisonkirchen-Baustelle, für die am morgigen Freitag Richtfest gefeiert wird. Beginn ist um 12 Uhr.

Die 31-jährige Theologin hält am Sonntag, dem 15. Mai, ab 15 Uhr ihren Begrüßungsgottesdienst in der Friedenskirche. Wie sie erklärte, wolle sie „visionäre Ideen für einen Ort entwickeln, den es noch nicht gibt“. Es werde in der Kapelle und ab 2017 im dann fertiggestellten Turm Andachten zu geschichtlichen Daten geben und auch Gottesdienste, wenn auch „nicht gerade am Sonntagmorgen“. Mit dieser Äußerung ging Juliane Rumpel auf etwaige Konkurrenzbefürchtungen anderer Gemeinden ein. Wie Huber erklärte, werde an der Garnisonkirche keine Gemeinde im Sinne einer Körperschaft des öffentlichen Rechts entstehen. „Wir haben keine Pläne für eine institutionelle Form.“ Das Wirken Juliane Rumpels werde für alle Gemeinden in Potsdam „eine Bereicherung sein“. Die inhaltliche Arbeit an der Garnisonkirche orientiere sich an vier Schwerpunkten, so Huber: „Gottesdienst, Arbeit an der Geschichte, Bildungsarbeit und Ort in der Stadt“. Der Versöhnungsaspekt werde ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Pfarrerin Rumpel erklärte, dass ihr die Zusammenarbeit mit der Nagelkreuz-Gemeinschaft in Coventry sehr am Herzen liege.

Manfred Füger von der Fördergemeinschaft kündigte für den 23. Juni eine große Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Garnisonkirche in der brandenburgischen Landesvertretung in Berlin an. Ziel sei es, in der Bundeshauptstadt um Sympathie für das Aufbauprojekt zu werben.

150 000 Euro steuert die Fördergemeinschaft für die Arbeit von Hilmer & Sattler und Albrecht zusätzlich bei. Damit werden laut Stiftungsgeschäftsführer Peter Leinemann die Schnittstellen zwischen Turm und Kirchenschiff untersucht. So werde die Dimension der Heizungssysteme gleich so berechnet, dass zu einem späteren Zeitpunkt das etwa 60 Millionen Euro teure Kirchenschiff baulich problemlos errichtet werden kann.

Huber ging auch auf die Initiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ ein, die sich heute ab 17 Uhr im Kabarett „Obelisk“ gründen will. Die Kirche könne nicht auf den „Tag von Potsdam“ reduziert werden. Sie stehe auch für die Kirchenunion, der Vereinigung von Calvinisten und Lutheranern, die am 31. Oktober 1817 ihren ersten gemeinsamen Gottesdienst in der Garnisonkirche feierten. (Guido Berg, PNN vom 12.05.2011)

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