10.06.2016 | Religiöse Vielfalt im Nahen Osten - Film gibt Einblicke

Bei einer Veranstaltung unter Mitwirkung des Pfarramtes der Nagelkreuzgemeinde Garnisonkirche Potsdam wurde der Film "Hawar - meine Reise in den Genozid", der das Erlebnis von Düzen Tekkal, die Zeugin des Genozids an den Jesiden wurde, gezeigt. 

Die Journalistin und Regisseurin Düzen Tekkal wollte gemeinsam mit ihrem Vater in den Irak reisen, um die Wurzeln ihres jesidischen Glaubens zu erkunden. Sie wurde Zeugin des Genozids an ihrem Volk. 

Einer der ältesten Religionsgemeinschaften der Welt droht die Vernichtung. Eine halbe Million Jesiden sind auf der Flucht vor den IS-Terroristen. Der selbsternannte „Islamische Staat“ macht Jagd auf sie. Für den „IS“  sind Jesiden Teufelsanbeter, die er zwangskonvertieren oder töten muss. Über 5.000 Jesiden sind dem Morden auf bestialische Art zum Opfer gefallen – die Dunkelziffer ist noch viel höher. Seit jeher bedeutet HÁWAR in der kurdischen Sprache „Hilferuf“. Heute ist dieses Wort ein Synonym für „Völkermord“. Der Film, der die Reise von Düzen Tekkal zeigt, wurde einem interessierten und zahlreich erschienenen Publikum in dieser Woche im Filmmuseum Potsdam gezeigt.

Im Anschluss an den Film moderierte Dr. Mathias Richter, Kulturredaktion MAZ, ein Podiumsgespräch mit der Regisseurin Düzen Tekkal.

Diese Veranstaltung im Rahmen des „Forums Neuer Markt“ war eine Kooperation der Nagelkreuzkapelle Potsdam am Ort der ehemaligen Garnisonkirche, des Beauftragten der Evangelischen Kirchen bei den Ländern Berlin und Brandenburg, der Märkischen Allgemeinen Zeitung und der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Eine Teilnehmerin der Veranstaltung, Henrike Vogel, beschreibt ihre Eindrücke nach der Veranstaltung: 

"Der Film von Düsen Tekkal hat mir vor Augen geführt, welches furchtbare Leiden die Mörder des sogenannten Islamische Staats der jesidischen Bevölkerung angetan haben. Es ist erschütternd und beschämend, dass Menschen meinen, das Recht zu haben, im Namen einer Religion das Leben anderer Menschen zerstören zu dürfen. Düsen Tekkal hat dieses furchtbare Unrecht mit einem beeindruckenden Film öffentlich gemacht. Dabei kommen vor allem diejenigen Menschen zu Wort, denen die IS-Schergen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben abgesprochen haben. Das hat mich sehr berührt.

Durch den Film und das Gespräch mit der Regisseurin wurde mir noch einmal klar, welche furchtbaren Erfahrungen etwa jesidische Flüchtlinge machen mussten, die jetzt bei uns aufgenommen wurden. Diesen Menschen können wir beistehen. Und wir können uns entschieden gegen jede Form von menschenverachtender Ideologie zur Wehr setzen.

Ich danke Düsen Tekkal, ihrem Vater sowie dem gesamten Filmteam für ihren Mut, der nötig war, um diesen Film zu drehen."

 

 

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