11.08.2012 | Prachtallee statt DDR-Magistrale – „Initiative Breite Straße“ hat sich gegründet

POTSDAM / INNENSTADT – Fünf Vereine, ein Ziel: Die neue „Initiative Breite Straße“ will die weitere Gestaltung der einstigen königlichen Prachtallee in die öffentliche Diskussion bringen

POTSDAM / INNENSTADT – Fünf Vereine, ein Ziel: Die neue „Initiative Breite Straße“ will die weitere Gestaltung der einstigen königlichen Prachtallee in die öffentliche Diskussion bringen. „Wir wollen die Potsdamer für die frühere Schönheit der Breiten Straße sensibilisieren“, sagte Ellen Chwolik-Lanfermann vom Bürgerverein Freies Tor gestern. Während die Planungen für die Breite Straße vom Alten Markt bis zur Dortustraße – samt avisiertem Wiederaufbau der Garnisonkirche – „gut durchdacht“ seien, wurde der Abschnitt zwischen Dortu- und Zeppelinstraße bislang zu wenig in den Blick genommen. Das soll sich ändern. Der Initiative Breite Straße haben sich außer dem „Freien Tor“ der Naturkundliche Museumsverein Brandenburg, der Verein Potsdamer Stadtschloss, die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) sowie die Initiative Mitteschön angeschlossen.

Bereits Ende Mai hatte der Bürgerverein zu einer Diskussion über die Zukunft der Breiten Straße eingeladen und Ideen zur Umgestaltung präsentiert. Demnach soll der vom früheren Neustädter Tor verbliebene Obelisk auf den Mittelstreifen der Breiten Straße versetzt, auf diese Weise zwischen Jägertor und Obelisk die Sichtbeziehung wiederhergestellt werden (MAZ berichtete). Neubaupläne verfolgt man beim Naturkundlichen Museumsverein Brandenburg. Bis 2020 soll neben dem Naturkundemuseum in der Breiten Straße 13 ein gleichzeitig modernes und schönes Gebäude entstehen, in dem Ausstellungen über Klima- und Ressourcenschutz beheimatet werden sollen.

Die Initiative hält die Breite Straße für eine „vergessene Schöne“. Vize-Stadtschloss-Vereinschef Hans-Joachim Kuke forderte für die einstigen „Champs-Élysées Potsdams“ eine „nachhaltige, ganzheitliche“ Entwicklung. Wie die Breite Straße vor ihrem Umbau zur „sozialistischen Magistrale“ in den 1970er Jahren aussah, ist auf 16 historischen Aufnahmen dokumentiert, die vom 15. August an im Naturkundemuseum zu sehen sind. Dazu hält Stadthistoriker Hartmut Knitter um 17 Uhr einen Vortrag zur Vergangenheit und Gegenwart der Straße. (MAZ vom 11.08.2012, Von Ricarda Nowak)

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