04.12.2010 | Potsdam bekommt seine Garnisonkirche zurück – Erst fröhlicher Abriss, dann flotter Aufbau

Heute, um 13 Uhr, kommt endlich der Bagger. Und macht den Weg für den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam frei. Auf dem Platz vor dem Langen Stall wird der Flachbau abgerissen, in dem bislang eine Ausstellung über die Kirche untergebracht war. Sie war während des Zweiten Weltkriegs ausgebrannt, ihre Ruinen wurden auf Befehl Walter Ulbrichts

Heute, um 13 Uhr, kommt endlich der Bagger. Und macht den Weg für den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam frei.

Auf dem Platz vor dem Langen Stall wird der Flachbau abgerissen, in dem bislang eine Ausstellung über die Kirche untergebracht war. Sie war während des Zweiten Weltkriegs ausgebrannt, ihre Ruinen wurden auf Befehl Walter Ulbrichts 1968 abgerissen.Martin Vogel (42), Vorstand der Stiftung Garnisonkirche: “Auf ihrem Grundriss wurde in den 70er-Jahren ein Rechenzentrum gebaut, der Flachbau davor war die Kantine.” Zu dem “fröhlichen Abriss” wird auch der Berliner Alt-Bischof Wolfgang Huber erwartet. Wenn das Gebäude abgetragen ist, liegen 80 Prozent des Grundrisses der Garnisonkirche frei, 2011 sollen die Fahrspuren der Breiten Straße versetzt werden, 2012 wird dann der Wiederaufbau beginnen. Die Kosten werden auf 80 Millionen Euro geschätzt.Die Garnisonkirche wurde von 1730-1735 im Auftrag des Preußen-Königs Friedrich Wilhelm I. errichtet. Seinen schwärzesten Tag erlebte der Barockbau am 21. März 1933, als Adolf Hitler dort seine Rede zum Festakt der Eröffnung des Reichstages hielt.Das ist für die Potsdamer kein Grund, auf den Wiederaufbau zu verzichten. Martin Vogel: “Hitler war nur eine Stunde dort. Die Garnisonkirche gehört aber zum Stadtbild wie die Nase ins Gesicht.” (BZ vom 04. Dezember 2010)

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