18.01.2013 | Polizei erhöht Präsenz in der Breiten Straße – Erneut Schmiererei an der Garnisonkirche

Innenstadt – Wegen wiederholter Schmierereien an bereits rekonstruierten Fragmenten der Garnisonkirche will die Polizei den Standort des geplanten Gotteshauses an der Breiten Straße verstärkt überwachen

Innenstadt – Wegen wiederholter Schmierereien an bereits rekonstruierten Fragmenten der Garnisonkirche will die Polizei den Standort des geplanten Gotteshauses an der Breiten Straße verstärkt überwachen. Das erklärte Polizeisprecher Axel Schugardt am Donnerstag den PNN. Anlass ist eine neuerliche Schmiererei am Sockel der künftigen Ballustrade des umstrittenen Wiederaufbauprojekts.

Laut Polizei entdeckten Mitglieder der Fördergesellschaft einen Schriftzug am Dienstag gegen 16.30 Uhr, kurz vor ihrem Neujahrsempfang. Unbekannte hatten wörtlich geschrieben: „Friede de Hütten, Krig dem Pressen Pomp“ und dabei noch „SS“-Runen verwendet. Schugardt sagte, die Täter seien unerkannt entkommen. Die Polizei ermittle wegen Sachbeschädigung. Erst vor drei Wochen, kurz vor Silvester, hatten Unbekannte die Ballustrade mit einem weithin sichtbaren Schriftzug „Spätrömische Dekadenz“ beschmiert.

Das Beschmieren von Wänden, Gebäuden und Kunstwerken „ist keine Form der demokratischen Mitwirkung“, erklärte Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche, am Donnerstag den PNN. Akzeptable Formen seien Leserbriefe, Demonstrationen, Diskussionen; „Schmierereien jedweden Inhalts sind jedoch außerhalb dessen, was zulässig ist“, so Leinemann. Er erinnerte daran, „dass wir die Kirche wieder aufbauen, weil wir Diskussionen fördern wollen“. Leinemann lädt den Verursacher der Schmiererei zu einem Gespräch ein: „Ich würde den Menschen gern kennenlernen.“

Bemerkenswert war die Reaktion der Potsdamer Linken auf ihrer „Facebook“-Seite im Internet. Die Partei übernahm auf ihrer Seite in dem sozialen Netzwerk ein Foto der Initiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“, auf dem die aktuelle Schmiererei zu sehen war. Dazu stand der Kommentar „Legastheniker gegen Garnisonkirche “. Mehrere Parteifunktionäre, etwa der Kreischef Sascha Krämer, der Landtagsabgeordnete Torsten Krause oder der Vize-Kreischef Ronny Besancon klickten unter dem Bild mit der Sachbeschädigung den „Gefällt mir“-Button von „Facebook“. Krämer sagte auf Anfrage, er sehe den Wiederaufbau kritisch. Seine Partei spreche sich aber grundsätzlich gegen Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum aus. Das Foto habe wegen der schlechten Rechtschreibung aber für Erheiterung gesorgt. (PNN vom 18.01.2013 von HK/ gb)

Zurück


zum Seitenanfang