21.03.2014 | Nobelpreisträger für Garnisonkirche

Was die Frauenkirche für Dresdener ist, ist die Garnisonkirche für Potsdamer: identitätsstifend. Das meint zumindest Nobelpreisträger Günter Blobel. Für ihn hat die Kirche aber auch allein deshalb einen so hohen Stellenwert, weil dort Johann Sebastian Bach

Was die Frauenkirche für Dresdener ist, ist die Garnisonkirche für Potsdamer: identitätsstifend. Das meint zumindest Nobelpreisträger Günter Blobel. Für ihn hat die Kirche aber auch allein deshalb einen so hohen Stellenwert, weil dort Johann Sebastian Bach auf der Wagnerorgel gespielt habe, so Blobel.
Der deutschstämmige US-Nobelpreisträger Günter Blobel spricht sich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche auf. Die Kirche sei „eine der großartigsten architektonischen Leistungen des 18.Jahrhunderts“ gewesen, sagte der 77-Jährige in einem Interview mit der Stiftung Garnisonkirche. Das 1968 in der DDR als Kriegsruine abgerissene Gotteshaus sei für Potsdam ähnlich identitätsbestimmend gewesen wie es die wiederaufgebaute Frauenkirche für Dresden wieder ist.
Der Biochemiker Blobel hatte 1999 den Nobelpreis für Medizin erhalten. Rund 820.000 Euro des mit der Auszeichnung verbundenen Preisgeldes hatte er für den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden gespendet. Mit Blick auf die Garnisonkirche betonte Blobel: „Johann Sebastian Bach hat 1747 auf der Wagnerorgel dort gespielt – allein das hat diesen Platz für immer inspiriert“.
Zu dem Bürgerbegehren, das einem Wiederaufbau verhindern will, erklärte er, dass bei einem ideologisch aufgeladenen Thema immer die Gefahr bestehe, eine große Chance kurzsichtig zu verspielen. Oft würden Menschen in derartigen Abstimmungen den vermeintlich kurzfristigen Nutzen höher bewerten als die langfristigen Folgen. (Märkische Allgemeine Zeitung, 21.03.2014)

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