27.10.2012 | Neues Marketingkonzept – Garnisonkirchen-Stiftung startet Offensive zum Wiederaufbau des Gotteshauses

Innenstadt – Die Stiftung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche will ihr Engagement für das Bauvorhaben verstärken. Der bisher ehrenamtliche Verwaltungsvorstand Peter Leinemann

Innenstadt – Die Stiftung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche will ihr Engagement für das Bauvorhaben verstärken. Der bisher ehrenamtliche Verwaltungsvorstand Peter Leinemann soll auf Beschluss des Kuratoriums ab 2013 hauptamtlich für das 40-Millionen-EuroProjekt arbeiten, sagte der theologische Vorstand Martin Vogel am Freitag.

Der 39-jährige Bankkaufmann und Betriebswirt wurde zunächst für zwei Jahre berufen. Leinemann war bisher Geschäftsführer des Evangelisch-Kirchlichen Hilfsvereins in Potsdam und zuletzt maßgeblich an der Wiederherstellung des Lepsiushauses sowie der Errichtung der Gedenk- und Begegnungsstätte im ehemaligen KGB-Gefängnis in Potsdam beteiligt. Vogel, der hauptamtlich als Kirchendiplomat und Beauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bei den Ländern Berlin und Brandenburg tätig ist, bleibt weiter ehrenamtlich als Vorstand für die Stiftung im Einsatz.

Die 2008 gegründete „Stiftung Garnisonkirche Potsdam“ arbeitet den Angaben zufolge derzeit auch an einem Marketingkonzept zur Einwerbung von Spenden und will ab 2013 auch ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verstärken. Eine entsprechende Stelle soll in Kürze ausgeschrieben werden. Peter Leinemann und Martin Vogel sind seit der Gründung der Stiftung ehrenamtlich als Vorstände für das Bauprojekt im Einsatz.

Obwohl weiterhin Geld für das Projekt fehlt, bleibt der Vorstand der Stiftung trotzdem optimistisch, den geplanten Einweihungstermin für den Kirchturm am 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag der Reformation, halten zu können.

„Wir sind vollständig im Zeitplan“, sagte Leinemann. „Wir brauchen vier Jahre.“ Im Herbst 2013 müsse es losgehen. Die 1732 eingeweihte Barockkirche sei einst in nur zwei Jahren gebaut worden, erklärte Vogel, der auch das Nutzungskonzept mitentwickelt hat. Die wichtigsten Vorbereitungen seien längst abgeschlossen: „Das ist wie bei einem Eisberg, der größte Teil befindet sich unterhalb der öffentlichen Wahrnehmung und ist bisher nicht sichtbar.“

Als bundesweite, nationale Aufgabe sieht Leinemann den Wiederaufbau. „Das ist kein lokales Projekt“, betont er, „sondern das größte Kirchenbauvorhaben in der Evangelischen Kirche in Deutschland.“ Wie der Turmbau soll später auch das rund 60 Millionen Euro teure Kirchenschiff aus Spenden finanziert werden. Rund fünf Millionen Euro hat die Stiftung inzwischen gesammelt. Ein Großteil wurde bereits ausgegeben, unter anderem für eine provisorische Kapelle in der Breiten Straße. Auch die rund 1,5 Millionen Euro teure Bauplanung ist aus den Spenden finanziert worden: Die Architektenentwürfe liegen seit Monaten bereit. Der Bauantrag sollte im Sommer gestellt werden, dann ist er verschoben worden. Derzeit ist der 12. November im Gespräch. Doch es könnte noch später werden, denn die Unterstützer sind wie berichtet uneins über die Gestaltung des Turms. Der Fördergesellschaft, die sich seit 2004 für das Bauprojekt engagiert, gefällt die Kapelle nicht, die im Turm entstehen soll. Zu hoch, zu weit entfernt vom Original, lautet die Kritik. Inzwischen liegt ein Gegenentwurf vor. „Diese Frage ist zwischen uns und der Stiftung noch offen“, betont der Vorsitzende Burkhart Franck. Dass noch Änderungen der Pläne möglich sind, „werde ich mir noch mal schriftlich vom Kuratorium geben lassen“, so Franck. (PNN vom 27.10.2012, von Yvonne Jennerjahn)

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