08/03/2023 | Moral im Krieg: Spannende Diskussion über Künstliche Intelligenz

Waffensysteme mit Künstlicher Intelligenz: Sind sie ein Fluch oder ein Segen? Diese vielschichtige Frage wurde bei einer Podiumsdiskussion in der Nagelkreuzkapelle diskutiert. Pfarrer Dr. Jan Kingreen traf Ethikerin Dr. Nicole Kunkel von der Humboldt-Universität Berlin.

KI beim Militär: Dr. Nicole Kunkel und Dr. Jan Kingreen auf dem Podium.

Dr. Nicole Kunkel beschäftigt sich seit fünf Jahren intensiv mit dem Thema "autoregulative Waffensysteme", also zum Beispiel Drohnen, die komplett von Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert werden oder teilweise automatisiert zum Einsatz kommen. Solche Waffensysteme werden derzeit auch unter deutscher Beteiligung entwickelt.

Zu den Vorteilen der Technologie gehören eine größere Reichweite, eine schnellere Reaktionszeit, eine erweiterte Gefechtsdistanz und die Möglichkeit, menschliche Verluste zu minimieren, wie Dr. Jan Kingreen erläuterte. Dem stehen jedoch bedeutende Nachteile gegenüber. Dazu gehört vor allem die Unfähigkeit der KI, moralische Entscheidungen zu treffen. Denn sie handelt nach vordefinierten Parametern, die von Menschen festgelegt werden. Im Kriegsgeschehen können sich diese festgesetzten Parameter schnell ändern, was potenziell zu verheerenden Fehlern führen kann, betonte Dr. Nicole Kunkel. Thematisiert wurde auf dem Podium auch die Frage nach der Haftbarkeit, wenn eine autoregulative Drohne unabsichtlich Menschen tötet.

Trotz starken Regens waren etwa 30 Besucher*innen zu der Veranstaltung am 29. Juli gekommen. Die intensive Diskussion verdeutlichte, dass weiterführende Debatten und Forschung dringend notwendig sind, um eine verantwortungsvolle und ethisch vertretbare Nutzung von autoregulativen Waffensystemen zu gewährleisten.

 

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