27.02.2009 | MITTE: Heimkehr der Götter: Stadtschloss-Verein will Fassadenfiguren, die nun die Berliner Humboldt-Universität schmücken

Für eine Zurückholaktion der besonderen Art will sich der Förderverein Stadtschloss stark machen. Dabei geht es um acht Götterfiguren, die einst zum Fassadenschmuck des Potsdamer Stadtschlosses gehörten und nun das Gebäude der Berliner Humboldt-Universität als Leihgabe zieren. 1966 wurde ein Leihvertrag zwischen der Universität und den Staatlichen Schlössern Schlössern und Gärten Berlin-Brandenburg geschlossen.

Für eine Zurückholaktion der besonderen Art will sich der Förderverein Stadtschloss stark machen. Dabei geht es um acht Götterfiguren, die einst zum Fassadenschmuck des Potsdamer Stadtschlosses gehörten und nun das Gebäude der Berliner Humboldt-Universität als Leihgabe zieren. 1966 wurde ein Leihvertrag zwischen der Universität und den Staatlichen Schlössern Schlössern und Gärten Berlin-Brandenburg geschlossen. Nach der Errichtung des Landtagsneubaus sollen sie dort wieder an ihren angestammten Fassadenplatz zurückkehren, die ursprünglich mit 76 Götterfiguren und 76 Zier-Vasen geschmückt war.

Das forderte Hans-Joachim Kuke vom Stadtschloss-Verein am Mittwoch bei einem „Offenen Abend” in den Räumen der Garnisonkirchenausstellung, bei dem sein Verein sowie die Fördervereine Stadtkanal und Garnisonkirche den Sachstand darlegten. Dabei konnte Kuke auch eine Frohe Botschaft verkünden. Im März soll die Restaurierung der einstigen Giebelfigur des Stadtschlosses, der 2,80 Meter großen Minerva, abgeschlossen werden. Zur Begleitung von Planung und Bau des neuen Landtags plädiert Kuke für die Schaffung eines „Qualitätskontrollgremiums im Sinne des Knobelsdorffschen Originals”. Ähnlich wie der Gestaltungsbeirat beim Bau des Fortuna-Portals sollte dieses Gremium „die historische Qualität” garantieren. Als Besetzung seien Fachleute wie der sächsische Landeskonservator vorstellbar.

Als Abgesandter des Stadtkanal-Fördervereins berichtete Henning Krentz über den verheißungsvollen Verlauf der Bemühungen. Mit einem symbolischen Spatenstich startet am 6. März um 9.30 Uhr an der Kellertor-Info-Brücke (Kreuzung Am Kanal/Heilig-Geist-Straße) die nächste offizielle Bauphase. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten an dem gut 80 Meter langen Teilstück, das bis zur Havel in Nähe der Humboldtbrücke reichen soll, abgeschlossen sein. Die neue Kellertorbrücke soll in Stahlbetonweise wiedererstehen – „in Anlehnung an das historische Vorbild”, so Krentz. Der anschließende Bauabschnitt bis zur Berliner Straße sei für 2010/11 geplant. Befragt zur „Schiffbarkeit” des Stadtkanals, musste Krentz die Motorbootfans enttäuschen. Das Befahren mit anderen Booten sei aber durchaus möglich.

Optimistisch in die Zukunft blickt auch Johann-Peter Bauer, Vorsitzender des Garnisonkirchenvereins. Das elfköpfige Kuratorium der Wiederaufbaustiftung sei bis auf einen Sitz komplett – im April wolle man an die Öffentlichkeit gehen. Zur Nacht der offenen Kirchen im Herbst plant der Verein eine „Zeitzeugenparty” mit Menschen, denen die Garnisonkirche noch aus eigenem Erleben vertraut ist.

Künftig wollen die Innenstadt-Vereine laut Bauer ihre Zusammenarbeit noch stärker miteinander vernetzen. So wird die Garnisonkirchenausstellung am 1. April Schauplatz eines Vortrags des Architekten Christopher Kühn über das Stadtschloss sein. Titel: „Stadtschloss 2.0 – Perspektiven für Potsdams Mitte – Yes we can!” (Von Ildiko Röd)

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