25.06.2010 | Kirchlich heiraten in Breiter Straße – Garnisonkirchenstiftung errichtet Kapelle / Projektsteuerung ausgeschrieben

Innenstadt – Am Standort der früheren Garnisonkirche in der Breiten Straße soll es ab dem kommenden Frühjahr möglich sein, Taufen und Hochzeiten auszurichten. Dafür soll eine Kapelle errichtet werden. Das sagte gestern Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche. Es solle sich um eine temporäre Einrichtung handeln, die bis zur Wiedereröffnung des Garnisonkirchturms – geplant ist

Innenstadt – Am Standort der früheren Garnisonkirche in der Breiten Straße soll es ab dem kommenden Frühjahr möglich sein, Taufen und Hochzeiten auszurichten. Dafür soll eine Kapelle errichtet werden. Das sagte gestern Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche. Es solle sich um eine temporäre Einrichtung handeln, die bis zur Wiedereröffnung des Garnisonkirchturms – geplant ist der 31. Oktober 2017 – als „geistiger Ort“ Bestand haben soll.
Das Geld für den Bau stammt aus den zwei Millionen Euro, die der Stiftung aus dem Vermögen der früheren Parteien und Massenorganisationen der DDR übergeben wurde. Die Mittel müssen bis Ende 2011 ausgegeben werden. Leinemann hatte mehrfach bekräftigt, dass dies gelingen werde. Seit diesem Wochenende wird per Anzeige ein Unternehmen gesucht, das den größten Teil der Mittel, nämlich 1,4 Millionen Euro, für die Projektsteuerung und unmittelbare Bauvorbereitung einsetzen soll. Zu den Aufgaben gehören laut Leinemann die Erarbeitung sämtliche Planungsunterlagen „unter Berücksichtigung historischer Vorgaben und aktueller Erfordernisse“, die Erstellung eines detaillierten Finanzierungsplans, Gutachten und Bodenuntersuchungen. Bis zum 19. Juli können sich Unternehmen bewerben, im August könnte schon die Entscheidung fallen.
Noch in diesem Jahr soll mit dem Abriss des früheren Fahrradladens begonnen werden, in dem die Ausstellung zur Garnisonkirche bislang ihren Platz hatte. Der Plattenbau steht auf dem Grundriss der 1732 eingeweihten, einst stadtbildprägenden Barockkirche, die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1968 auf Anordnung der SED-Machthaber gesprengt wurde.
Für die Ausstellung soll in unmittelbarer Nähe ein Ersatzbau errichtet werden. Das Besucherzentrum und die Kapelle sollen etwa 400 000 Euro kosten, so Leinemann. Standort der Gebäude könnte hinter dem benachbarten Portal des Langen Stalls sein. Im Frühjahr 2011 könnte Einweihung sein.
Auch für die Verwendung der restlichen rund 200 000 Euro aus dem zur Verfügung gestellten DDR-Vermögen gibt es konkrete Pläne. Wie Leinemann erklärte, sollen mit diesem Geld erste Originalbauteile für den Kirchturm gestaltet werden. Die Bauteile könnten in der Ausstellung oder auch im Außenbereich Platz finden. So werde der Bereich zur „Schaustelle“. Die Präsentation bereits fertiger Teile solle auch „ein Motivationsschub für mehr Spenden sein“, sagte Leinemann.
Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam verfolgt das Ziel, die Garnisonkirche am historischen Ort wieder aufzubauen und sie als Stadtkirche sowie als Symbolkirche und Ort der Versöhnung zu nutzen. Zunächst soll der Garnisonkirchen-Turm wiederaufgebaut werden. Dieser soll mindestens 25 Millionen Euro kosten. (PNN vom 25.06.2010, ERB)

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