19.03.2012 | INTERVIEW „Der aktuelle Streit muss sein“ – Manfred Stolpe, Alt-Ministerpräsident und im Kuratorium Garnisonkirchenstiftung, war Gast der Synode. Im Gespräch mit Ildiko Röd äußerte er sich zur Debatte um die Form der Turm-Kapelle.

MAZ: Die Stiftung Garnisonkirche hat den achteckigen Kapellenentwurf des Architekten abgesegnet. Wie beurteilen Sie die vehemente Kritik von Mitgliedern der Fördergesellschaft, die sich eine Quader-Form

MAZ: Die Stiftung Garnisonkirche hat den achteckigen Kapellenentwurf des Architekten abgesegnet. Wie beurteilen Sie die vehemente Kritik von Mitgliedern der Fördergesellschaft, die sich eine Quader-Form der Kapelle wünschen?

Manfred Stolpe: Man darf Meinungen, die einem unbequem sind, nicht beiseite schieben; muss mit den Kritikern das Gespräch suchen. Man muss sie in den Denkprozess miteinbeziehen mit ehrlicher Bereitschaft von beiden Seiten, sich überzeugen zu lassen

Nun heißt es ja, dass eine Umplanung des Entwurfs teures Geld kosten würde. Wäre es trotzdem für Sie vorstellbar?

Stolpe: Der Zeitfaktor und die Kosten der Umplanung dürfen nicht zu Totschlagargumenten werden. Der aktuelle Streit muss sein, damit diejenigen, die mitdenken, sich am Ende mit dem Vorhaben identifizieren können.

MAZ: Besteht die Gefahr der Spaltung ?

Stolpe: Es wäre eine tiefe Tragik, wenn man Gutwillige auf dem Weg verlieren würde, weil sie das Gefühl haben, sie werden nicht ernst genommen. Sie äußern ihre Argumente ja nicht, um sich wichtig zu machen, sondern weil sie möchten, dass der Wiederaufbau dem Wesen des Projekts entspricht. (MAZ vom 19.03.2012)

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