20.07.2015 | Ihre Namen sollen nicht vergessen werden

Gedenken zum Attentat des 20. Juli 1944 in der Nagelkreuzkapelle

In der Potsdamer Nagelkreuzkapelle wurde am 18.7. des gescheiterten Attentats vom 20. Juli 1944 gedacht, das sich zum 71. Mal jährt. Pfarrer Friedhelm Wizisla (Kirchensprengel Potsdam-Nord) würdigte den Mut der über 60 in die Attentatspläne eingeweihten Personen mit einer Verbindung zu Potsdam. Die meisten der am Widerstand beteiligten Zivilisten oder Soldaten aus dem ehemaligen Potsdamer Infanterie-Regiment 9 wurden wegen ihrer Teilnahme an der Verschwörung gegen Adolf Hitler hingerichtet. Der Geistliche sagte in seiner Predigt, der Widerstand gegen die Willkür der Nationalsozialisten sei nicht umsonst gewesen. Viele der nach dem Attentat Ermordeten hätten nicht einmal ein Grab erhalten. „Die Namen der mutigen Männer und Frauen sollten nicht vergessen werden.“

Die Pfarrerin an der Nagelkreuzkapelle, Cornelia Radeke –Engst, hatte Eingangs der Feier  darauf hingewiesen,  dass der von ihr betreute Kirchort am Standort der Potsdamer Garnisonkirche das „Nagelkreuz“ der internationalen Versöhnungsbewegung erhalten habe. Diese mahnende Auszeichnung war nach dem Zweiten Weltkrieg von der stark zerstörten englischen Kathedrale Coventry ausgegangen. Die Erinnerung an die Beteiligten des 20. Juli 1944 diene dem Ziel der Versöhnung.

Zuvor hatte in der Bornstedter Kirche eine Andacht im Gedenken an den Widerstand mit einem Text von Dietrich Bonhoeffer mit Pfrn. Radeke-Engst stattgefunden. Im Anschluss würdigte Oberst Prof. Dr. Heinemann den Widerstand von General Fritz Lindemann. Wie in jedem Jahr schloss sich ein Rundgang über den Friedhof Bornstedt an, bei dem Pfr. Wizisla auf einzelne am Widerstand Beteiligte aufmerksam machte, so auf Freiherr Kurt v. Plettenberg, der als Major dem traditionsreichen Infanterieregiment 9 angehörte. An den Grabstätten legte Jutta Erb-Rogg weiße Rosen nieder.

Zum Widerstand des 20. Juli werden nach einer Quelle des Museum Potsdams 26 Offiziere, vier Angehörige des damaligen Reichsarchivs sowie 36 Personen gezählt, die ihren Wohnsitz damals in der Stadt besaßen oder sich hier konspirativ getroffen hatten.

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