13.09.2014 | Huber: Garnisonkirche sollte Chance erhalten

Erstmals hat Alt-Bischof Wolfgang Huber auf die Kritiker am Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche reagiert. Ihn persönlich mache es sehr betroffen, wenn Menschen behaupten, “da wollten kriegslüsterne Menschen eine Militärkirche bauen”. Er hadere außerdem mit der Protestaktion von Pfarrern gegen das Aufbauprojekt.

Potsdam. Erstmals hat Alt-Bischof Wolfgang Huber auch aus persönlicher Sicht auf die Kritiker am Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche reagiert. Bei einer Buchvorstellung am Donnerstagabend im Potsdam-Museum machte der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche aus seiner persönlichen Betroffenheit keinen Hehl. Er wolle “deutlich machen, was es für jemanden wie mich bedeutet, wenn Menschen ‒ entgegen aller Nutzungskonzepte und Aktivitäten in der Nagelkreuzkapelle (am Standort der Garnisonkirche, d. Red.) ‒ behaupten, da wollten kriegslüsterne Menschen eine Militärkirche bauen”.

Huber, der von 1994 bis 2009 das Amt des Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bekleidete und zudem von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland war, sprach dann über seine Arbeit in der theologischen Friedensforschung.

Prägend, so Huber, sei auch seine frühkindliche Erfahrung der Kriegsgräuel gewesen, als die Familie Zuflucht im Schwarzwald suchte. “Das erste Ereignis aus meiner Kindheit in meiner Erinnerung war der blutrote Himmel über den Schwarzwaldbergen, als die Stadt Freiburg/Breisgau in Flammen aufging.”

In seiner Rede ging Huber auch direkt auf die Protestaktion von Pfarrern gegen das Aufbauprojekt ein. Er “hadere” in der jetzigen Diskussion mit diesen theologischen Stimmen, weil sie dem Ort, der Schauplatz der Eröffnung des Nazi-Reichstags am “Tag von Potsdam” war, keine Chance auf Entwicklung einräumten. Die Kritiker würden sich auf den Standpunkt stellen: “Wenn erst einmal die Pflugscharen zu Schwertern gemacht wurden, ist es unmöglich, dass die Schwerter wieder zu Pflugscharen werden.” Huber hingegen will den Wiederaufbau der Kirche als “Zeichen” verstanden wissen, “dass es nicht immer ein unabänderliches Verhängnis sein muss, dass Pflugscharen zu Schwertern werden”.

Am Montag wird Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) im Auftrag der Stadtverordneten bei einer Sitzung des Kuratoriums der Garnisonkirchenstiftung die Auflösung der Stiftung beantragen. Die Landeshauptstadt hat einen Sitz im Kuratorium inne. Die Ablehnung des Antrags durch die kirchlichen Vertreter im elfköpfigen Kuratorium ist allerdings leicht vorauszusehen. (Märkische Allgemeine Zeitung, 13.09.2014, von Ildiko Röd)

Huber: Garnisonkirche sollte Chance erhalten

Erstmals hat Alt-Bischof Wolfgang Huber auf die Kritiker am Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche reagiert. Ihn persönlich mache es sehr betroffen, wenn Menschen behaupten, “da wollten kriegslüsterne Menschen eine Militärkirche bauen”. Er hadere außerdem mit der Protestaktion von Pfarrern gegen das Aufbauprojekt.

Potsdam. Erstmals hat Alt-Bischof Wolfgang Huber auch aus persönlicher Sicht auf die Kritiker am Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche reagiert. Bei einer Buchvorstellung am Donnerstagabend im Potsdam-Museum machte der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche aus seiner persönlichen Betroffenheit keinen Hehl. Er wolle “deutlich machen, was es für jemanden wie mich bedeutet, wenn Menschen ‒ entgegen aller Nutzungskonzepte und Aktivitäten in der Nagelkreuzkapelle (am Standort der Garnisonkirche, d. Red.) ‒ behaupten, da wollten kriegslüsterne Menschen eine Militärkirche bauen”.

Huber, der von 1994 bis 2009 das Amt des Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bekleidete und zudem von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland war, sprach dann über seine Arbeit in der theologischen Friedensforschung.

Prägend, so Huber, sei auch seine frühkindliche Erfahrung der Kriegsgräuel gewesen, als die Familie Zuflucht im Schwarzwald suchte. “Das erste Ereignis aus meiner Kindheit in meiner Erinnerung war der blutrote Himmel über den Schwarzwaldbergen, als die Stadt Freiburg/Breisgau in Flammen aufging.”

In seiner Rede ging Huber auch direkt auf die Protestaktion von Pfarrern gegen das Aufbauprojekt ein. Er “hadere” in der jetzigen Diskussion mit diesen theologischen Stimmen, weil sie dem Ort, der Schauplatz der Eröffnung des Nazi-Reichstags am “Tag von Potsdam” war, keine Chance auf Entwicklung einräumten. Die Kritiker würden sich auf den Standpunkt stellen: “Wenn erst einmal die Pflugscharen zu Schwertern gemacht wurden, ist es unmöglich, dass die Schwerter wieder zu Pflugscharen werden.” Huber hingegen will den Wiederaufbau der Kirche als “Zeichen” verstanden wissen, “dass es nicht immer ein unabänderliches Verhängnis sein muss, dass Pflugscharen zu Schwertern werden”.

Am Montag wird Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) im Auftrag der Stadtverordneten bei einer Sitzung des Kuratoriums der Garnisonkirchenstiftung die Auflösung der Stiftung beantragen. Die Landeshauptstadt hat einen Sitz im Kuratorium inne. Die Ablehnung des Antrags durch die kirchlichen Vertreter im elfköpfigen Kuratorium ist allerdings leicht vorauszusehen. (Märkische Allgemeine Zeitung, 13.09.2014, von Ildiko Röd)

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