12.02.2009 | Gumz: Bau der Kirche nur mit Ises möglich Arbeitskreis Verkehr für Bau der Entlastungsstraße

Innenstadt – Einer alten Idee soll erneut zu neuem Schwung verholfen werden: der innerstädtischen Entlastungsstraße, kurz Ises. Die Mitglieder der Brandenburgischen Ingenieurkammer und des Arbeitskreises Verkehr der Landeshauptstadt erklärten gestern, für die Straße zwischen der Langen Brücke und der Zeppelinstraße entlang der Eisenbahn müsse sofort mit den Planungen begonnen werden. In einem Infoblatt haben die

Innenstadt – Einer alten Idee soll erneut zu neuem Schwung verholfen werden: der innerstädtischen Entlastungsstraße, kurz Ises. Die Mitglieder der Brandenburgischen Ingenieurkammer und des Arbeitskreises Verkehr der Landeshauptstadt erklärten gestern, für die Straße zwischen der Langen Brücke und der Zeppelinstraße entlang der Eisenbahn müsse sofort mit den Planungen begonnen werden. In einem Infoblatt haben die Ingenieure Vor- und Nachteile des Straßenneubaus aufgezeigt und in ihrer Analyse einen klaren Nutzen ausgemacht. Darunter auch, dass beim Bau der Ises zirka 1900 Einwohner vom Verkehr entlastet und demgegenüber etwa 200 Anwohner belastet würden. Diplom-Ingenieur Siegmar Gumz, der an den Berechnungen mitgewirkt hat, sieht weitere Vorteile und Notwendigkeiten in dem Straßenneubau: Er bringe im Vergleich zum Bau einer Havelspange an der Pirschheide eine deutlichere Entlastung für den Innenstadtverkehr. Zudem sei der Straßenbau nötig, damit die Garnisonkirche aufgebaut werden kann. Denn ohne Ises drohe der Stadt beim Bau der Kirche am Originalstandort, der einige Meter in die heutige Führung der Breiten Straße reicht, ein Verkehrschaos in der Innenstadt.

Die Stadtverwaltung selbst hat die Ises in den aktuellen Planungen gekürzt und nur noch als sogenannte Stummelvariante geplant. Diese soll von der Langen Brücke entlang der Bahnschiene bis zur Dortustraße verlaufen. Hintergrund: Damit wäre der Bau der Kirche ermöglicht. Eine suboptimale Variante, so Gumz. Die gesamte Ises würde eine positive Kosten- Nutzen-Analyse ergeben, die Stummelvariante würde dagegen deutlich weniger Menschen vom Verkehrslärm in der Breiten Straße entlasten. Ein Baubeginn für die Straße entlang der Schiene wäre seiner Ansicht nach wegen der Planungs- und Vorleistungen frühestens in sieben Jahren möglich. Die Kosten sind vor fünf Jahren auf etwa 35 bis 40 Millionen Euro geschätzt worden. Die Straße müsste laut Siegmar Gumz und Peter Krüger zwei- bis vierspurig gebaut werden, parallel Rad- und Fußweg sowie einen Anschluss an die Dortustraße erhalten. Dadurch könnte die Breite Straße kleiner werden.

Die Diskussion um die Straße ist politisch überfrachtet. Die Linke will weder die Straße noch hat sie sich positiv zu einem Aufbau der Garnisonkirche geäußert. Die SPD hatte den Bau der Stummel- Ises – und somit den Weg zum Kirchenbau – in ihrem Kommunalwahlprogramm festgeschrieben. Gegen die Ises haben sich Bürgerinitiativen gegründet, mit deren Einspruch nun gerechnet wird. jab

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