05.02.2009 | Goldlettern und Konsole – Innenstadtverein AGAPHI finanziert Bauteile für Wiederaufbau der Garnisonkirche

Die Wiederherstellung des 80 Zentimeter großen vergoldeten Schriftzuges „Anno 1735“ über dem Hauptportal der Garnisonkirche zur Breiten Straße ist finanziell gesichert. Der älteste Innenstadtverein, die Aktionsgemeinschaft für den Wiederaufbau der Potsdamer historischen Innenstadt (Agaphi), übergab 6600 Euro für die Erneuerung des Hinweises auf das Erbauungsjahr des Sakralbauwerks an die Fördergesellschaft (FWG) für den Wiederaufbau. Die

Die Wiederherstellung des 80 Zentimeter großen vergoldeten Schriftzuges „Anno 1735“ über dem Hauptportal der Garnisonkirche zur Breiten Straße ist finanziell gesichert. Der älteste Innenstadtverein, die Aktionsgemeinschaft für den Wiederaufbau der Potsdamer historischen Innenstadt (Agaphi), übergab 6600 Euro für die Erneuerung des Hinweises auf das Erbauungsjahr des Sakralbauwerks an die Fördergesellschaft (FWG) für den Wiederaufbau. Die Summe reicht außerdem aus, eine der Sandsteinkonsolen zu erneuern, die sich beidseits der Eingangstür befanden.

„Die Übergabe war möglich, nachdem die Stiftung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche gegründet und nunmehr vom Innenministerium formal anerkannt worden ist“, erklärte der Vereinsvorsitzende Norbert Blumert. „Wir erfüllen damit in Übereistimmung mit seiner Witwe ein Vermächtnis von Gustav Büchsenschütz.“ Der Schöpfer des Brandenburg-Liedes „Steige hoch, du roter Adler!“, das er am 9. Februar 1990 erstmals wieder in Potsdam am Brandenburger Tor aufführen durfte, hatte für den Fall seines Todes statt Grabschmuck um Spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gebeten. Als er 1996 als 93-Jähriger starb, folgten die Trauergäste dieser Bitte. Auf Verfügung des Liederdichters wurde die Summe dem Verein Agaphi übergeben, der sich in Potsdam nach der politischen Wende als erster für den Wiederaufbau der Kirche eingesetzt hatte. Mit ihm hielt Büchsenschütz über den heutigen Ehrenvorsitzenden Hans-Peter Warnecke engen Kontakt. Um die Zinsen und einen Eigenbeitrag des Vereins vermehrt, kommt die Summe nun diesem Ziel zugute.

Mit der Übergabe nutzte die Aktionsgemeinschaft als erste die von der Fördergesellschaft neu geschaffene Möglichkeit, aus einem Katalog Bauteile der Kirche auszuwählen und zu finanzieren. Dieser Katalog ist derzeit nur in der Garnisonkirchenausstellung in der Breiten Straße einzusehen. Auch deshalb sei die Resonanz bisher noch verhalten, erklärte der dort für das Stadtkirchenamt tätige Michael Kreutzer. Die Fördergesellschaft überlege jedoch, den Katalog beispielsweise durch Veröffentlichung im Internet Potsdam- und deutschlandweit bekannt zu machen. Offensichtlich will auch der FWG-Vorsitzende Johann-Peter Bauer dafür ein Zeichen setzen. Nach PNN-Informationen beabsichtigt er, aus den Gaben zu seinem im März anstehenden 70. Geburtstag die Nachfertigung der Wetterfahne der Garnisonkirche zu fördern.

Vereinsvorsitzender Blumert sieht auch darin eine Bestätigung für das Wirken von Agaphi. Ihm werde gesagt, mit der Erneuerung des Fortunaportals, dem Landtagsbau in den Formen des Knobelsdorffschen Stadtschlosses, dem für die Garnisonkirche angestrebten Wiederaufbau, dem Gedenktafelprogramm, auch der Erhaltung und Aufwertung von DDR-Architektur habe die Aktionsgemeinschaft ihre Ziele weitgehend erreicht. Nach wie vor fehle jedoch für die Innenstadt ein Konzept, das ein maßstäbliches, qualitativ hochstehendes und an der historisch gewachsenen Stadtstruktur orientiertes Bauen garantiere. Darauf müsse der Bürgerverein hinwirken. Deshalb setze er sich beispielsweise weiterhin für die Wiedererrichtung der Gloriette auf dem Bassinpatz ein. Auch an seinem nach längerer Pause in Vorjahr erstmals wieder vergebenen Knobelsdorff-Preis werde er festhalten. Diskutiert werde, ihn diesmal für Arbeiten zu den unter Kaiser Wilhelm II. in Potsdam errichteten Repräsentativbauten auszuloben. Erhart Hohenstein

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