18.06.2013 | Garnisonkirche: Streit um Entwurf beigelegt

Weniger modern, kreuzförmig statt achteckig soll die Kapelle im Turm der Garnisonkirche werden. Darauf hat sich die Fördergesellschaft jetzt geeinigt. Gegner des Projekts fordern hingegen

Weniger modern, kreuzförmig statt achteckig soll die Kapelle im Turm der Garnisonkirche werden. Darauf hat sich die Fördergesellschaft jetzt geeinigt. Gegner des Projekts fordern hingegen einen kompletten Neuanfang in der Diskussion: Für den Ort muss ihrer Meinung nach ein Ideenwettbewerb ausgerufen werden.

Innenstadt – Der Streit um das Aussehen der geplanten Kapelle im Turm der künftigen Garnisonkirche ist beigelegt. Bei einer Mitgliederversammlung der Fördergesellschaft zum Wiederaufbau seien neue Pläne für die Kapellengestaltung ohne Gegenstimmen akzeptiert worden, teilte Sprecherin Friederike Schuppan am Montag mit. „Im Gegensatz zum vorherigen Entwurf sind einige Punkte wie etwa die Deckenhöhe und der Grundriss deutlich verändert, was insgesamt zu einem neuen Gesamteindruck führt.“ Statt des ursprünglich geplanten achteckigen Raums solle nun ein kreuzförmiger Grundriss kommen, hieß es. Eine Grafik des neuen Entwurfs solle erst veröffentlicht werden, falls das Kuratorium der Stiftung für den Wiederaufbau bei einer Sitzung Ende Juli den neuen Plänen auch zustimmt.

Auch die neuen Planungen habe wie schon zuvor das bekannte Architekturbüro Hilmer, Sattler & Albrecht übernommen. „Der neue Entwurf entspricht der Architektur und Botschaft der Garnisonkirche noch stärker als die vorherige Planung“, teilte Fördervereinschef Burkhart Franck mit. Sein Förderverein hatte den früheren Entwurf unter anderem als zu modern kritisiert und vehement mehr Mitsprache gegenüber der Stiftung für den Wiederaufbau gefordert, mehrfach war von einer Zerreißprobe die Rede.

Unterdessen fordert die Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche einen Neuanfang der Diskussion: Für den ehemaligen Ort der 1968 gesprengten Barockkirche müsse es einen Ideenwettbewerb geben. „Das Thema muss auf einer neuen Ebene verhandelt werden – frei von privaten, emotionalen und ästhetischen Befindlichkeiten“, hieß es in einer Mitteilung der Initiative vom Montag. Die Debatte um den Wiederaufbau hatte zuletzt eine Entscheidung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) angeheizt, den Bau als Projekt nationaler Bedeutung mit 400 000 Euro zu fördern. Allerdings ist das nur ein Bruchteil der Summe, die für das Gesamtprojekt benötigt wird. (Potsdamer Neuestes Nachrichten, 18.06.2013, von Henri Kramer)

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