10.10.2013 | Garnisonkirche Potsdam: Im Frühjahr 2014 soll Baustart sein

Zwölf Millionen Euro… Die Garnisonkirche in Potsdam wird wieder aufgebaut. So ist es beschlossen und so arbeiten an vielen ganz unterschiedlichen Stellen Menschen und Institutionen an der Realisierung

Zwölf Millionen Euro…

Die Garnisonkirche in Potsdam wird wieder aufgebaut. So ist es beschlossen und so arbeiten an vielen ganz unterschiedlichen Stellen Menschen und Institutionen an der Realisierung dieses Zieles. Für 2017, am 31. Oktober, dem 500. Jahrestag der Reformation, sollen Turm und Seitenflügel fertiggestellt sein und feierlich eingeweiht werden. 2017 jährt sich zum 200. Mal auch der Zusammenschluss der reformiert-calvinistischen und der lutherischen Christen, der „Preußischen Union”, die in der Garnisonkirche vollzogen wurde. Die Arbeiten sollen bereits im Frühjahr 2014 beginnen, die Baugenehmigung ist erteilt. Bislang fehlte Geld für die Realisierung, doch nun hat Staatsminister Bernd Naumann Bund zwölf Millionen Euro für die Jahre 2014 und 2015 bereitgestellt. Bernd Neumann: „Dass der Bund sich bei der Potsdamer Garnisonkirche finanziell engagiert, unterstützt die jahrzehntelangen Bemühungen vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger und der Stiftung Garnisonkirche Potsdam und setzt ein Signal auch für künftige Spenderinnen und Spender. Mit dem Wiederaufbau soll eine alte Wunde in Potsdam geheilt werden, denn die Garnisonkirche war Teil des Ensembles aus Potsdamer Stadtschloss und Marstall und damit für das Stadtbild prägend. Sie stand exemplarisch für die preußische und deutsche Geschichte in ihren Stärken und Schwächen. Mit ihr wird ein national bedeutsames Bauwerk wiederhergestellt, das in einem barbarischen Akt vom SED-Regime zerstört wurde.” Diese zwölf Millionen sollen weitere, private Spender animieren ebenfalls den Wiederaufbau der Garnisonkirche finanziell zu unterstützen. Die Kosten für das Gesamtprojekt inklusive Kirchenschiff liegen bei schätzungsweise 100 Millionen Euro und werden ganz überwiegend aus Spenden finanziert.

…und eine Pfarrstelle

Die wiedererstehende Potsdamer Garnisonkirche erhält außerdem für die nächsten sechs Jahre eine Pfarrstelle. Dies sei ein wichtiger Schritt, um das Projekt theologisch und geistlich weiter zu profilieren, betonte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge. Die Stelle soll zu 50 Prozent aus Mitteln der Landeskirche finanziert werden, den Rest tragen der Kirchenkreis Potsdam, die Stiftung Garnisonkirche und die Fördergesellschaft zum Wiederaufbau. Bislang ist Juliane Rumpel als Entsendungspfarrerin im Einsatz.

Klarheit besteht jetzt auch bei der Gestaltung der Kapelle im Erdgeschoss des Turmes. Das beauftragte Architekturbüro Hillmer, Sattler, Albrecht hat nun einen Entwurf vorgelegt, dem sowohl die Mitglieder der Fördergesellschaft als auch das Kuratorium der Stiftung zugestimmt haben. Nach 1945 wurde im Kirchenturm eine provisorische Kapelle eingerichtet und die Gemeinde in Heilig-Kreuz-Gemeinde umbenannt: entsprechend hieß die Kapelle Heilig-Kreuz-Kapelle. Es fand ein reges Gemeindeleben statt. Die Gemeinde war damals bestrebt, die Kirche wiederaufzubauen. Sie musste jedoch die Kapelle und die Kirche im Wiederaufbau auf Grund des Befehls Walter Ulbricht, die Kirche zu sprengen, aufgeben.

Die Hof- und Garnisonkirche zu Potsdam, 1730 bis 1735 nach Entwürfen des Architekten Philipp Gerlach errichtet, war einer der bedeutendsten Bauten des norddeutschen Barock. 1945 ist die Kirche durch Luftangriffe teilweise zerstört und 1968 durch das SED-Regime gesprengt worden. 2005 wurde der Grundstein zum Wiederaufbau der Kirche gelegt. Das wieder aufgebaute Gebäude soll als offene Stadtkirche, Bildungsstätte und Ort der Erinnerung und Einkehr genutzt werden.  (Potsdamlife, Herbst 2013, von Natalie Gommert)

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