12.05.2011 | GARNISONKIRCHE: Kirchturm sucht Anschluss – Pfarrerin stellt sich vor

POTSDAM / INNENSTADT – Der Turm der Garnisonkirche wird so projektiert, dass später problemlos das große Kirchenschiff angebaut werden kann. Die Mehrkosten für die entsprechenden Bauplanungen in Höhe von 150 000 Euro bringt die Fördergesellschaft Garnisonkirche in die Baukasse ein. Die Summe ergänzt die zwei SED-Millionen, aus denen die Kirchenplanung, die provisorische Kapelle mit Ausstellung

POTSDAM / INNENSTADT – Der Turm der Garnisonkirche wird so projektiert, dass später problemlos das große Kirchenschiff angebaut werden kann. Die Mehrkosten für die entsprechenden Bauplanungen in Höhe von 150 000 Euro bringt die Fördergesellschaft Garnisonkirche in die Baukasse ein. Die Summe ergänzt die zwei SED-Millionen, aus denen die Kirchenplanung, die provisorische Kapelle mit Ausstellung und die Kopie eines acht Meter hohen Brüstungsteils bezahlt werden. Das sagte Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche, gestern vor Journalisten. Das Bauteil solle neben der Kapelle „die ästhetische Qualität der Kirche verdeutlichen“.

Der Turm werde zum Reformationstag 2017 eingeweiht, man halte aber an der Gesamtkirche als Ziel fest, so Leinemann. Entsprechend würden von der Stärke der Fundamente bis zur Dimensionierung der Heizungsanlage alle Voraussetzungen für den Weiterbau bereits geschaffen.

„100 Millionen Euro, das ist das große Rad, an dem wir drehen wollen“, bezifferte Altbischof Wolfgang Huber, Kuratoriumsvorsitzender der Wiederaufbaustiftung, die Dimension. Man werde viele Sympathisanten suchen müssen, „um den Humus zu bilden, aus dem das wächst“, sagte er. Am 23. Juni, dem 53. Jahrestag der Sprengung des Gotteshauses, wird es in der brandenburgischen Landesvertretung in Berlin eine Benefizveranstaltung mit 500 geladenen Gästen und dem Ministerpräsidenten als Redner geben.

Huber bekräftigte den Anspruch der Stiftung auf die sechs Millionen Euro, die durch die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel für den Wiederaufbau gesammelt wurden. „Das Geld ist für diesen Zweck gespendet worden. Wir müssen erreichen, dass es einvernehmlich zur Verfügung gestellt wird.“ Falls das nicht geschehe, erwarte man den Rat des eigenen Kompetenzteams Recht, wie der Prozess befördert werden könne, sagte Huber auf die Frage, ob über eine mögliche Klage gegen Ex-TPG-Chef Max Klaar bereits entschieden sei.

Die schwierige Aufgabe, einen Ort des geistlichen Lebens und des Gottesdienstes ohne Gemeinde und – vorerst – ohne Kirche aufzubauen, hat die 31-jährige Pfarrerin Juliane Rumpel übernommen. Sie wird in der provisorischen Kapelle, die am 25. Juni an der Breiten Straße eröffnet wird, auch Gottesdienste abhalten. Allerdings nicht am Sonntag, sagte sie vor dem Hintergrund von Konkurrenzbefürchtungen anderer Gemeinden. Wolfgang Huber will Sonntagsgottesdienste für die Zeit nach Fertigstellung des Turmes nicht ausschließen. Man werde ein „gut gestaffeltes Angebot nach Zielgruppen und Zeiten“ machen, sagte er. Beim Vorhaben der Landeskirche, wenigstens zehn Prozent aller Gemeindemitglieder in die Gottesdienste zu bekommen, sei noch „Luft nach oben“. (MAZ vom 12.05.2011Von Volkmar Klein)

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