09.03.2009 | GARNISONKIRCHE: Der Aufbauer Zum 70. Geburtstag erhielt FWG-Vorsitzender Johann-Peter Bauer das Bundesverdienstkreuz

POTSDAM / INNENSTADT – Zu jeder Geburtstagsfeier gehören auch Überraschungen. Meist fallen sie unspektakulärer aus als beim Empfang zu Ehren Johann-Peter Bauers. Der Vorsitzende der Fördergesellschaft Wiederaufbau Garnisonkirche (FWG) hatte am Sonnabend im Kutschstall zur Feier seines 70. Geburtstags eingeladen. Bereits im Vorfeld gab es laut Bauer Grund zur Freude. Denn erneut hat sich Nobelpreisträger

POTSDAM / INNENSTADT – Zu jeder Geburtstagsfeier gehören auch Überraschungen. Meist fallen sie unspektakulärer aus als beim Empfang zu Ehren Johann-Peter Bauers. Der Vorsitzende der Fördergesellschaft Wiederaufbau Garnisonkirche (FWG) hatte am Sonnabend im Kutschstall zur Feier seines 70. Geburtstags eingeladen. Bereits im Vorfeld gab es laut Bauer Grund zur Freude. Denn erneut hat sich Nobelpreisträger Günter Blobel, Mäzen der Dresdner Frauenkirche, mit einer 1000-Euro-Spende gegenüber dem Potsdamer Wiederaufbauprojekt spendabel gezeigt.

Bei der Feier des FWG-Vorsitzenden bestand dann Geburtstagsüberraschung Nummer eins allein schon in der schieren Zahl der Gratulanten. „Stell dir vor, der ,Käptn

feiert Geburtstag – und alle kommen hin.” Unter diesem Motto schien der Empfang für den ehemaligen Marineoffizier und Mitarbeiter der Staatskanzlei zu stehen. Gut 200 Gäste hatten sich versammelt – fast ein kleines „Who’s Who” hiesiger Prominenz: Vertreter der Kirche mit Landesbischof Wolfgang Huber an der Spitze genauso wie Gratulanten aus Politik, Kultur und Wissenschaft – unter anderem der Ex-Generaldirektor der Schlösserstiftung, Hans-Joachim Giersberg, und der ehemalige Universitätsrektor Wolfgang Loschelder.

Für die eigentliche Überraschung sorgte jedoch Ministerpräsident Matthias Platzeck, indem er dem Jubilar das Bundesverdienstkreuz ans Revers heftete. Jahrelang war Bauer in der Staatskanzlei selbst für die Planung solcher Ordensverleihungen zuständig gewesen – nur eine seiner vielen Aufgaben, die Organisation, Haushalt, Personal und Protokoll der Staatskanzlei umfassten. Zu den organisatorischen Fähigkeiten gesellt sich Wesentliches: „Er begegnet allen Menschen zutiefst menschlich und hat den kollegialen Stil in der Staatskanzlei geprägt”, so Platzeck. Diese Betonung der Begabung zum Einenden zog sich wie ein roter Faden durch alle Reden. Platzecks Vorgänger, Manfred Stolpe, unterstrich die Verdienste des „Menschenfischers” beim Zusammenwachsen von Ost und West.

Bereits im Juli 1990 war Bauer nach Strausberg gekommen, um die Veränderungen bei der NVA vorzubereiten. 1992 zog er nach seinem Wechsel in die Staatskanzlei mit Gattin Bettina nach Potsdam. Da lagen bereits interessante Jahrzehnte hinter ihm. Im Bonner Verteidigungsministerium war er auf dem Feld der internationalen Rüstungszusammenarbeit und im Haushaltswesen tätig gewesen. Bereits als 24-Jähriger hatte Bauer – „Erbe” einer langen familiären Marine-Tradition – auf einem Schiff einen Kommandantenposten inne. Dass ihm als Jugendlicher zeitweilig auch eine Theologenlaufbahn vorschwebte, ist bis heute spürbar. In Tilsit unterstützt er seit Jahren ein Internat für Waisen. Er wirkt in der Hoffbauer-Stiftung, im Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein sowie im Johanniterorden.

2006 übernahm der mittlerweile Pensionierte den Vorsitz der FWG, die damals unter seinem Vorgänger Rheinheimer eher glücklos dahindümpelte. Es sei Bauers Verdienst, dass man klar Kurs auf eine Stiftung für den Wiederaubau genommen habe, betonte Oberbürgermeister Jann Jakobs in seiner Gratulation. Einer von Bauers kleinen Enkelsöhnen drückte es in einem witzigen Geburtstagsvideo so aus: „Opa stellt die Garnisonkirche auf.” Immerhin liegt seit einiger Zeit ein Katalog mit Fassaden-Schmuckelementen für potenzielle Sponsoren vor. Der Jubilar selbst wünschte sich zum Fest anstatt Geschenken Spenden für die Wetterfahne. (Von Ildiko Röd)

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