07.03.2014 | Garnisonkirche bekommt neue Wetterfahne

Mit dem Wiederaufbau der zerstörten Potsdamer Garnisonkirche geht es zwar nicht richtig voran, dafür gibt es jetzt aber den Nachbau der mehr als acht Meter hohen Turmspitze mit Wetterfahne und Adler.

Mit dem Wiederaufbau der zerstörten Potsdamer Garnisonkirche geht es zwar nicht richtig voran, dafür gibt es jetzt aber den Nachbau der mehr als acht Meter hohen Turmspitze mit Wetterfahne und Adler. Im Mai wird das Wahrzeichen am alten Standort der Garnisonkirche an der Breiten Straße aufgestellt. 

Potsdam. Ab Mai wird Potsdam dank des Engagements der Aktivisten für den Wiederaufbau der Garnisonkirche um ein Wahrzeichen reicher sein. Ein Nachbau der originalen Wetterfahne der Garnisonkirche wird dann an der Ecke Breite Straße/Dortustraße dauerhaft aufgestellt; aktuell heben Arbeiter schon die Baugrube für die Fundamente des Kirchturms aus.

Die aus Kupferblech getriebene, vergoldete Fahne dürfte das Zeug zum echten Hingucker haben, schließlich misst sie stolze 8,5 Meter. Einst bildete sie den krönenden Abschluss des über 88 Meter hohen Kirchturmes und war aufgrund ihrer gewaltigen Dimensionen weithin sichtbar. Sie besteht aus der Königskrone mit Reichsapfel, dem Adler und dem Monogramm des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I., der die Kirche erbauen ließ. An der Spitze thront eine Sonnenscheibe, die Christus symbolisiert. Um Vandalenakten vorzubeugen, wird die Wetterfahne an der Breiten Straße in einer Art Gitter-Vitrine aus Edelstahl stehen.

Derzeit wird im Dresdner Vorort Ottendorf-Okrilla in der renommierten “Fuchs + Girke Bau und Denkmalpflege” auf Hochtouren an der Fertigstellung der 140.000 Euro teuren Replik gearbeitet. Die Sachsen sind deutschlandweit bei vielen Vorzeigeprojekten tätig, unter anderem am Hildesheimer Dom, am Römertor Wiesbaden, beim Wiederaufbau der Dresdner Schlosskapelle oder bei der Restaurierung des Theaters in Meiningen, das Goethe besonders am Herzen lag.

Aber sogar für die Traditionsfirma ist der Potsdamer Auftrag etwas Besonderes, wie ihr technischer Leiter Ralph Günther sagt: “In den letzten 20 Jahren war es die größte Wetterfahne, die wir gebaut haben. ” Uralte Handwerksmethoden kamen dabei zum Einsatz: So mussten für die Neuschöpfung der durchschnittlich mehr als zwei Meter hohen Segmente der Wetterfahne eine Vielzahl von filigran getriebenen Kupferblechelementen hergestellt werden.

Eine Vielzahl von Gewerken – von den Klempnern über die Maler bis hin zu den Vergoldern ‒ arbeitet in Ottendorf-Okrilla Hand in Hand. Weil die Wetterfahne im Krieg komplett zerstört wurde, zog man als Grundlage für die originalgetreue Rekonstruktion historische Planunterlagen und Fotografien heran, anhand derer der Potsdamer Bauingenieur Thomas Bolze die ursprünglichen Maße, Materialien und Konstruktionsdetails der Bauteile ermittelte. (Märkische Allgemeine Zeitung, 07.03.2014, von Ildiko Röd)

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