05.03.2009 | Garnisonkirche aus dem Katalog – Vom Rundbogenfenster bis zur Wetterfahne werden 1234 Zierelemente zum Kauf angeboten

Von einem 2000 Euro teuren Blattornament über ein Rundbogenfenster für 10 000 Euro bis hin zur Wetterfahne mit Krone, Adler, Königsmonogramm und Sonne, für die 140 000 Euro veranschlagt werden, können Interessenten jetzt Teile für den Wiederaufbau der Garnisonkirche finanzieren. Dazu hat die Fördergesellschaft durch ihren Bauverantwortlichen Andreas Kitschke einen Katalog herausgebracht.

Von einem 2000 Euro teuren Blattornament über ein Rundbogenfenster für 10 000 Euro bis hin zur Wetterfahne mit Krone, Adler, Königsmonogramm und Sonne, für die 140 000 Euro veranschlagt werden, können Interessenten jetzt Teile für den Wiederaufbau der Garnisonkirche finanzieren. Dazu hat die Fördergesellschaft durch ihren Bauverantwortlichen Andreas Kitschke einen Katalog herausgebracht. Er listet für den Turm, dessen Seitenflügel und das Kirchenschiff 1234 Zierelemente auf, bildet eine Vielzahl davon ab und gibt anhand historischer Fotos und von Bauzeichnungen ihre einstige Position am Kirchenbau an. Mit dieser Aufstellung hat sich Kitschke erneut als exzellenter Kenner der Potsdamer Kirchenbauten und ihrer Architektur erwiesen – zudem stellt sie eine große Fleißarbeit dar.

Kein potenzieller Spender muss also die Katze im Sack kaufen. Ob Kartusche, bleivergoldetes Säulenkapitell, kupferner Säulenschaft, aus Sandstein geschlagene kriegerische Trophäe, ob Schlussstein für das Schallfenster des Glockenturms, Gurtgesims oder Brüstungsfeld – jeder Käufer weiß, wo er das von ihm gesponserte Zierelement am wiederhergestellten Bau findet. Zudem werden Stifterbriefe verschiedener Klassen vergeben, in der höchsten für die Finanzierung eines über 10 000 Euro teuren Schmuckelements in Gold. Die Namen der Stifter werden in einem der beiden Turmtreppenhäuser zu lesen sein.

Der mit Hilfe von Lottomitteln anspruchsvoll gestaltete Katalog, für den eine Gebühr von 10 Euro erhoben wird, geht zudem auf die Geschichte der Kirche und die Bemühungen um ihren Wiederaufbau ein. Bekanntlich gilt die 1732/1735 an Stelle eines Vorgängerbaus durch Philipp Gerlach errichtete Potsdamer Garnisonkirche als eines der bedeutendsten sakralen Bauwerke des Barock. Es war am Kriegsende 1945 beschädigt und 1968 auf Weisung der SED-Führung abgerissen und gesprengt worden.

Einschließlich dieser zusätzlichen Angaben stellt der Katalog für jeden Interessenten eine wertvolle stadtgeschichtliche Quelle dar. In der ständigen Ausstellung zur Garnisonkirche an der Breiten Straße waren die ersten Exemplare schnell vergriffen. So bleibt dem Spendenwilligen derzeit nur die Einsichtnahme. Für eine Nachlieferung der Kataloge werde jedoch gesorgt, erklärte das für die Spendenverwaltung zuständige Vorstandsmitglied Oberst a.D. Burkhart Franck. Bisher haben der Innenstadtverein Agaphi, der damit ein Vermächtnis des Komponisten Gustav Büchsenschütz erfüllte, und einige Einzelpersonen Zierelemente erworben.

In die Breite gekommen sei man mit der Aktion noch nicht, räumt Kitschke ein. Das soll sich aber ändern. Eine Möglichkeit sei, den gesamten Katalog ins Internet zu stellen. Die Erfahrungen beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche lehrten, dass die Spendenbereitschaft mit Beginn der Wiederaufbauarbeiten einen weiteren großen Schub erhalte.

In der Garnisonkirchenausstellung können auch Bausteine für den Wiederaufbau erworben werden. In die Backsteine, die von der Glindower Ziegelei in historischem Format gebrannt werden, wird gleich beim Kauf mit einer großen Prägezange der Name des Spenders eingestanzt. Ein Stein wird für 50 Euro angeboten, möglich ist aber ebenso der Erwerb ganzer Baugruppen bis zu 999 Euro. Auch für diese Aktion hofft Michael Kreuzer, der im Auftrag der Fördergesellschaft die Ausstellung betreut, auf noch stärkere Resonanz.

Ständige Ausstellung zur Garnisonkirche, Breite Straße 7, 14467 Potsdam, Tel. 2011830, täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet

(Erhart Hohenstein)

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