09.12.2013 | Garnisonkirche: Abkehr von der Versöhnungsidee?

Gegner und Befürworter streiten weiterhin um den Aufbau – und ob der Versöhnungsgedanke überhaupt noch zentraler Punkt ist. Um die Frage, ob beim geplanten Wiederaufbau der Garnisonkirche

Gegner und Befürworter streiten weiterhin um den Aufbau – und ob der Versöhnungsgedanke überhaupt noch zentraler Punkt ist.

Um die Frage, ob beim geplanten Wiederaufbau der Garnisonkirche der Versöhnungsgedanke weiterhin der zentrale Punkt ist, streiten in Potsdam Gegner und Befürworter des Wiederaufbaus. Laut der Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ soll Paul Oestreicher, der ehemalige Domkapitular und Leiter des Versöhnungszentrums der Kathedrale im englischen Coventry, einen Paradigmenwechsel beim Wiederaufbauprojekt beobachtet haben – vom Konzept des Versöhnungszentrums hin zu einer Militärkirche. Angeblich könne die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche nicht mehr mit der Unterstützung Oestreichers, einem führenden Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft, rechnen.

Dem hat die Fördergesellschaft jetzt vehement widersprochen – und beruft sich ebenfalls auf Oestreicher. „Die Stiftung Garnisonkirche und Paul Oestreicher sind sich weiterhin einig, dass die Versöhnungsarbeit das zentrale Anliegen beim Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam darstellt und die inhaltliche Arbeit sowohl jetzt als auch nach dem Wiederaufbau der Kirche bestimmend bleiben muss“, heißt es in einer Mitteilung. Dies habe der Theologische Vorstand der Stiftung nach einem längeren Telefonat mit dem führenden Repräsentanten der Nagelkreuzgemeinschaft bestätigt. Dabei hätten sich die Stiftung und Oestreicher über die Bedeutung des Versöhnungsgedankens ausgetauscht. Als entscheidend dafür sei von beiden angesehen worden, dass die von Pfarrerin Juliane Rumpel verantwortete Arbeit an der temporären Kapelle durch eine geeignete Nachfolge auch zukünftig sichergestellt wird. Anlässlich der Feier zur zehnjährigen Verleihung des Nagelkreuzes am 20. Juli 2014 soll Oestreicher eingeladen werden, hieß es in der Mitteilung weiter. (Potsdamer Neueste Nachrichten, 09.12.2013, von Ingmar Höfgen)

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