10.05.2014 | Gabriel ruft zu Spenden für Wiederaufbau auf

Neben einer Glocke hat die Potsdamer Garnisonkirche jetzt auch noch eine neue Wetterfahne. Das Problemist nur: Die Kirche dazu fehlt. Damit sich das ändert, rief der Vize-Kanzler die Bürger zu Spenden

Neben einer Glocke hat die Potsdamer Garnisonkirche jetzt auch noch eine neue Wetterfahne. Das Problemist nur: Die Kirche dazu fehlt. Damit sich das ändert, rief der Vize-Kanzler die Bürger zu Spenden auf. Noch aber fehlen zig Millionen Euro.
Potsdam – In Potsdam ist am Freitag die rund acht Meter hohe vergoldete Wetterfahne für den  Wiederaufbau der Garnisonkirche aufgestellt worden. Die  Metallkonstruktion mit zur Sonne strebendem Adler, Krone und den  Initialen Friedrich Wilhelms I. ist drei Tonnen schwer und kostet mehr  als 200.000 Euro. Sie wurde am historischen Ort neben dem Baugrundstück  aufgestellt. Vize-Bundeskanzler Sigmar Gabriel (SPD) rief bereits am  Vorabend zu Spenden für den Wiederaufbau auf.
Die Wetterfahne sei auch Ausdruck der Hoffnung, dass der Kirchturm  möglichst bald stehen werde, sagte der Kuratoriumsvorsitzende der  Garnisonkirchenstiftung, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen  Kirche in Deutschland (EKD) und Berliner Altbischof Wolfgang Huber bei  der Präsentation. Daran nahmen auch Altbundespräsident Richard von  Weizsäcker und Brandenburgs früherer Innenminister Jörg Schönbohm (beide  CDU) teil.
Sonne und Adler der Wetterfahne seien für ihn Symbole des Glaubens,  betonte Huber: Der Adler stehe für einen Aufstieg “beflügelt vom Glauben  an Gott”. In der Vergangenheit waren die Symbole auch als preußische  Machtdemonstration gegen Frankreich interpretiert worden. Der Adler galt  als Symbol für Preußen, die Sonne als Symbol für Frankreich.
Die Bürgerinitiative “Potsdam ohne  Garnisonkirche” kritisierte die Errichtung der Wetterfahne als Versuch,  “mit aller Gewalt Fakten zu schaffen”, obwohl das laufende  Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau großen Zuspruch finde. Dass die  Wetterfahne einen Teil eines denkmalgeschützten DDR-Mosaiks verdecke,  zeige, dass die Stiftung “Kunst und Kultur der Gegenwart und jüngeren  Vergangenheit keinerlei Wert” beimesse.
Das Vorhaben sei “mehr als nur ein nostalgisches Projekt”, sagte  Gabriel bei einem Empfang des baden-württembergischen Unternehmens Würth  am Donnerstagabend in Berlin. Die Bürgerinitiative “Potsdam ohne Garnisonkirche” protestierte auch vor der Unternehmensrepräsentanz im Grunewald gegen den Wiederaufbau.
Die Wiedererrichtung der im Zweiten Weltkrieg zerstörten und in der  DDR abgerissenen evangelischen Barockkirche als Zentrum für Friedens-  und Versöhnungsarbeit könne zum Symbol dafür werden, “dass sich am Ende  die Feinde der Freiheit nicht durchsetzen”, betonte Gabriel: “Solche  Orte braucht eine lebendige Demokratie.”
Der Grundstein für den Wiederaufbau der Garnisonkirche wurde bereits  2005 gelegt. Die eigentlichen Bauarbeiten haben jedoch noch nicht  begonnen, weil die Finanzierung weiter offen ist. Zunächst soll der rund  40 Millionen Euro teure Kirchturm errichtet werden. (Potsdamer Neueste Nachrichten, vom 10.05.2014, epd)
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