05.10.2018 | Friedensnobelpreis für Nadia Murad: „Ihr Mut und Ihr Kampf für die Menschlichkeit sind außergewöhnlich.“

Zusammen mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege ist die irakische Jesidin Nadia Murad diesjährige Trägerin des Friedensnobelpreises. Das Nobelkomitee in Oslo würdigt damit den Einsatz gegen sexuelle Gewalt. Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam begrüßt die Entscheidung ausdrücklich.

Mehr über Nadia Murads Engagement: nadiasinitiative.org

Nadia Murad (3. v. r.) am 5. April 2017 in der Nagelkreuzkapelle Potsdam, Foto: SGP

Regisseurin Düzen Tekkal mit MAZ-Kulturredakteur Matthias Richter im Juni 2016 im Potsdam Museum, Foto: SGP

Zusammen mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege ist die irakische Jesidin Nadia Murad diesjährige Trägerin des Friedensnobelpreises. Das Nobelkomitee in Oslo würdigt damit den Einsatz gegen sexuelle Gewalt. Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam begrüßt die Entscheidung ausdrücklich.
„Ich erinnere mich gut an das beeindruckende Gespräch mit Nadia Murat in der Nagelkreuzkapelle“, sagte Martin Vogel, Theologischer Vorstand der Stiftung Garnisonkirche und Länderbeauftragter der Evangelischen Kirche Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). „Ihr Mut und Ihr Kampf für die Menschlichkeit inmitten unmenschlicher Verhältnisse und nach traumatisierenden Erfahrungen sind außergewöhnlich.“

Nadia Murad war im April 2017 offizieller Gast des Landtags Brandenburg. Gemeinsam mit ihrer Delegation besuchte sie auf Initiative von Martin Vogel im Anschluss die Nagekreuzkapelle Potsdam. Es ging um die Zukunft von geflüchteten Jesiden und um die Frage, wie das Unrecht geächtet werden kann, wie Neuanfänge und Versöhnung Gestalt gewinnen können. Dazu gab es einen bewegenden Erfahrungsaustausch mit Vertretern einiger Potsdamer Initiativen wie etwa dem Lepsius-Haus oder der Gedenkstätte im ehemaligen KGB-Gefängnis. Bereits im Juni 2016 lud die Nagelkreuzkapelle zusammen mit dem Potsdam Museum im Rahmen der Filmvorführung von „HÁWAR ‒ Meine Reise in den Genozid“ zum Gespräch mit der Regisseurin Düzen Tekkal über die Bedrohung der religiösen Vielfalt im Nahen Osten durch den Völkermord an den Jesiden. „Wir sind froh, dass das Engagement gegen sexuelle Gewalt jetzt noch mehr Aufmerksamkeit erhält“, erklärte Martin Vogel.

Die 1993 geborene Nadia Murad war Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Sie wurde 2014 im Irak als Sexsklavin verschleppt, überlebte den Genozid an den Jesiden und emigrierte nach Deutschland. Als erste UN-Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel setzt sich die heute 25Jährige seit 2016 für die Strafverfolgung von IS-Verbrechen ein. Denis Mukwege, Experte für die Behandlung von Verletzungen, die durch Gruppenvergewaltigungen entstehen, engagiert sich als Aktivist gegen sexuelle Gewalt, die in Kriegsgebieten vielfach als „Waffe“ gilt. Allein im Kongo werden laut einer US-Studie stündlich 48 Frauen Opfer von Vergewaltigungen.

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